TCM-Fachbegriffe

TCM-Fachbegriffe

Erfahre mehr zu TCM-Fachbegriffen aus den Beiträgen zu der Behandlungsmethode Traditionelle Chinesische Medizin. Du findest die Fachbegriffe nachfolgend alphabetisch aufgelistet.

Akupressur

Jeder Akupunkturpunkt kann auch mithilfe von Massagen behandelt werden. Massiere mit kreisenden Bewegungen ca. eine Minute lang den jeweiligen Punkt. Den Druck der Massage solltest du spüren, es soll aber nicht weh tun. Der Punkt kann auch etwas empfindlich sein und nach der Massage noch eine leichte Rötung aufweisen.

Lage der Akupunkturpunkte:

Blase 23

Er liegt auf Höhe des Dornfortsatzes des zweiten Lendenwirbelkörpers (etwas oberhalb der Beckenoberkante) ein bis zwei Daumenbreiten rechts und links des Dornfortsatzes nach aussen und stärkt den Funktionskreis Niere. Du kannst ihn mit beiden Handflächen reiben. Wenn zusätzlich ein Kältegefühl in dieser Region vorhanden ist (meist Nieren-Yang-Mangel), dann kannst du diese Region auch mithilfe einer Wärmflasche oder eines Kirschkernkissens behandeln.

Dickdarm 4

Er liegt am Handrücken zwischen den Mittelhandknochen von Daumen und Zeigefinger in der Muskulatur. Du kannst ihn mit zwei Fingern der jeweils anderen Hand im Zangengriff massieren. Er leitet Hitze, Kälte und Wind aus, entlastet die Haut und die Schleimhäute und stille Schmerzen.

Dickdarm20

Er liegt in der Gesichtshaut direkt neben den Nasenflügeln und hilft bei verstopfter Nase.

Leber 3

Er liegt am Fussrücken zwischen den Mittelfussknochen der ersten und zweiten Zehe. Er bewegt Qi und harmonisiert den stagnierenden Qi-Fluss.

Magen 25

Er liegt zwei Daumenbreiten rechts und links des Nabels. Hier hilft zusätzlich zur Massage auch eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen, vor allem, wenn du ein Kältegefühl hast.

Magen 36

Er liegt am Unterschenkel eine Handbreite unterhalb der äusseren Vertiefung unterhalb der Kniescheibe, einen Fingerbreit von der vorderen Schienbeinkante nach aussen und stärkt das Qi sowie die Verdauung allgemein. Du kannst ihn mit kreisenden Bewegungen massieren.

Milz 6

Er liegt an der Innenseite des Unterschenkels, eine Handbreite oberhalb der Spitze des Innenknöchels an der Hinterkante des Schienbeinknochens und stärkt den Funktionskreis Milz (Verdauung, Bauchschmerzen).

Milz 9

Er liegt an der Innenseite des Unterschenkels kurz unterhalb des Knies, im Winkel, in dem sich das Schienbein zum Kniegelenk hin verbreitert. Er leitet Feuchtigkeit aus und stärkt die Verdauungsfunktion.

Ren Mai 6

Der Punkt liegt ein bis zwei Daumenbreiten unterhalb des Nabels in der Mittellinie. Er stärkt Qi und wird auch durch Wärme aktiviert. Besonders bei Kältegefühlen kannst du den Unterbauch mithilfe einer Wärmflasche oder eines Kirschkernkissens wärmen. Im Qi Gong wird dieser Bereich als „unteres Dan Tian“ (unteres Kraftzentrum) bezeichnet.

Ren Mai 17 (KG 17)

Er liegt in der Mittellinie auf dem Brustbein, in etwa auf Höhe der Brustwarzen und ist meist etwas druckempfindlich. Er stärkt das Qi im Brustbereich und bringt es wieder zum Fliessen. Mit kreisenden Bewegungen massieren oder reiben.

 

Bi-Syndrom

„Bi“ bedeutet Blockierung. Hier ist eine Blockierung des harmonischen Flusses der Lebenskraft Qi in den Leitbahnen (Meridianen) gemeint.

Blut

Blut wird in der chinesischen Medizin einerseits als der „rote Saft“ angesehen, den wir im Westen auch kennen. Blut kann in der TCM aber noch mehr, allerdings im funktionellen Sinn. Blut ist im Vergleich zu Qi (feinstofflich, nicht sichtbar, Yang) der stoffliche, materielle und der Yin-Anteil. Es ernährt die Organe und Gewebe. Blut fliesst in den Blutgefässen und wird von Qi als eine Art „Motor“ vorangetrieben. Bei einer Blockade stagniert meist zuerst Qi und erst später der Blutfluss. Dies ist dann aber schon ein fortgeschrittener Zustand und nicht mehr so leicht zu beheben. Qi und Blut bedingen sich gegenseitig und können auch in gewisser Weise ineinander umgewandelt werden. Blut wird aus dem Nahrungs-Qi des Funktionskreises (FK) Milz unter Mithilfe des Nieren-Qi (FK Niere/Blase) im Funktionskreis Herz gebildet und zirkuliert im ganzen Körper.

Ernährung

Bücher, die dir das Verständnis der Ernährungstherapie in der TCM nahebringen:

  • „Das Fünf Elemente Kochbuch“ von B. Temelie/B. Trebuth
  • „Kraftsuppen nach der Chinesischen Heilkunde“ von K. Schneider
  • „Einfach gesund essen“ von B. u. F. Trebuth
  • „Das TCM-Praxisbuch“ von C. Böttcher
  • „Die 5-Elemente-Küche für jeden Tag“ von G. Klinger und C. Duve
  • „Gesundheit mit Geschmack“ von P. Asch
  • … und viele weitere

Funktionskreise (FK)

Ausgehend von der Philosophie der fünf Wandlungsphasen (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser), die den natürlichen Wandel der Jahreszeiten beschreiben, wurde dieses System auf den Menschen übertragen. Die Funktionskreise (Leber/Gallenblase, Herz/Dünndarm, Milz/Magen, Lunge/Dickdarm und Niere/Blase), deren Namen allerdings wenig mit unserem westlichen Verständnis der Körperorgane zu tun haben, sind Beschreibungen für die Funktionen, die die Organe haben (z. B. Umwandlung und Transport sowie Produktion von Qi aus der Nahrung in der Milz, Verteilung von Qi und Flüssigkeiten an der Oberfläche und nach unten durch die Lunge). Ebenso sind Emotionen zugeordnet. Ein Funktionskreis besteht immer aus zwei zugehörigen Organen (ein Hohlorgan, z. B. Magen, und ein Speicherorgan, z. B. Milz), die den Yang- und den Yin-Aspekt des Funktionskreises repräsentieren (darstellen) und im Gleichgewicht sein sollten. Im Idealfall sollten alle Funktionskreise ausgeglichen sein.

Funktionskreis Herz (Yin)/Dünndarm (Yang)

Im Funktionskreis Herz ist der Sitz von „Shen“, dem Geist, unserem Bewusstsein, der Verbindung zur spirituellen Dimension, der Wahrnehmung unserer selbst als dem Menschen, der wir hier auf der Erde sind. Über „Shen“ sind wir mit dem Himmel verbunden, so wie wir über den Funktionskreis Niere mit der Erde verbunden sind. Ausserdem ist der Funktionskreis Herz zusammen mit dem FK Milz für die Bildung von Blut zuständig und das Herz ist – wie bei uns im Westen – auch für das Fliessen des Blutes verantwortlich. Hier ist Blut sowohl im herkömmlichen Sinne gemeint, als auch im funktionellen Sinne des Nährens der Organe. Dazu passt auch die rote Farbe, die zum Herzen gehört. Ebenso kennen wir auch im Westen die Emotion „Freude“ als zum Herzen gehörig (z. B. jemand ist ein „herzlicher“ Mensch oder „das Herz auf der Zunge tragen“). Die Zunge und der bittere Geschmack sind ebenfalls mit dem Herzen verbunden, also auch das Sprechen und sich ausdrücken können. Ebenso ist der Schlaf ein Aspekt des Herzens, da sich unser Bewusstsein „Shen“ nachts zurückzieht. In der chinesischen Medizin wird zudem das Blut im FK Herz als „Nachtlager“ von „Shen“ betrachtet.

Funktionskreis Leber (Yin)/Gallenblase (Yang)

Die Hauptaufgaben sind, den Qi-Fluss harmonisch in Bewegung zu halten und Blut zu speichern. Deshalb lassen uns Blockierungen des Qi-Flusses zuerst an den Funktionskreis (FK) Leber/Gallenblase denken. Auch Störungen der Menstruation gehören oft zu diesem Funktionskreis. Auf der psychischen (seelischen) Ebene gehören unsere Gefühle und Emotionen, besonders aber die Wut zum FK Leber. Die Wut ist eine starke, nach aussen und oben gerichtete Kraft, die viel Veränderungspotenzial hat, wenn sie richtig eingesetzt wird. Kraft und Flexibilität (Beweglichkeit) gehören zu diesem Funktionskreis, deshalb sind auch unsere Sehnen, Muskeln und das Auge damit verknüpft. Die grüne Farbe des Frühlings und der Aktivität gehört ebenso zu diesem Funktionskreis wie der saure Geschmack, der zusammenzieht und hält und so den nach aussen und oben gerichteten Kräften entgegenwirkt.

Funktionskreis Lunge (Yin)/Dickdarm (Yang)

Dieser Funktionskreis schützt unsere Aussengrenzen (Haut und Schleimhäute, auch Darmschleimhaut) und bildet das „Abwehr-Qi“, was wir am ehesten mit unserem Immunsystem vergleichen können. Die „Lunge“ ist für die Verteilung von Qi und Flüssigkeiten (Befeuchtung) zuständig. Die Poren der Haut gehören ebenso zu diesem Funktionskreis wie die Nase, die weisse Farbe und der scharfe Geschmack. Wenn krankmachende Faktoren von aussen eindringen (z. B. bei einer Erkältung), dann treffen sie zunächst auf den Funktionskreis Lunge. Über die Atmung (Atem-Qi) leistet die Lunge zusammen mit dem Funktionskreis Milz/Magen einen wichtigen Beitrag, damit wir genügend Qi (Lebenskraft) haben. Wie der Atemrhythmus, so hat der Funktionskreis Lunge auch mit unseren Rhythmen im Leben zu tun (Ruhe und Aktivität, Schlaf und Wachsein, …).

Funktionskreis Milz (Yin)/Magen (Yang)

Dieser Funktionskreis hat die Aufnahme und Transformation (Umwandlung) von Nahrung körperlicher und auch geistiger Art zur Aufgabe. Aus westlicher Sicht kann man Milz/Magen mit unserem Verdauungssystem vergleichen. Allerdings beinhaltet der Funktionskreis noch mehr. Auf der körperlichen Seite werden aus der aufgenommenen Nahrung die Lebenskraft Qi, Blut (wobei Blut in der TCM eine andere Bedeutung hat als bei uns im Westen) und Flüssigkeiten hergestellt, also die Energie für unser Leben. In der TCM werden Milz und Magen daher auch unsere „Mitte“ genannt. Der Mund und die Lippen haben einen besonderen Bezug zu Milz und Magen, ebenso wie die Farbe Gelb und der süsse Geschmack. Auf der geistigen Seite sorgen Milz und Magen für die Aufnahme und Integration (Einbettung) von Informationen (z. B. wenn wir etwas lernen). Vielleicht kennst du das Gefühl, dass du während Lernphasen auf Prüfungen gerne etwas Süsses naschst? Hier meldet sich die „Milz“ und möchte gestärkt werden. Zuviel Süsses ist aber schlecht, weil es viel Feuchtigkeit produziert und das ist für die Milz nicht gut. Zu viele Informationen (z. B. andauernd Mediennutzung) tun uns auch nicht gut und führen zum Grübeln.

Funktionskreis Niere (Yin)/Blase (Yang)

Der Funktionskreis Niere/Blase hat einerseits mit der Ausscheidung (Urin) zu tun, andererseits ist er sehr wichtig für unsere angeborene Konstitution (Verfassung), Vitalität und Stärke. Das, was wir in dieses Leben mitgebracht haben, ist im Funktionskreis Niere/Blase gespeichert. In der TCM wird dieser Aspekt als „Essenz“ bezeichnet und als „vorgeburtliches“ Qi (Lebenskraft), also das, was wir von unseren Eltern mit in dieses Leben bekommen haben. Aus westlicher Sicht können wir es auch als genetischen Code oder Vererbung bezeichnen. Deshalb hängen Sexualität, Schwangerschaft, Wachstum, Entwicklung und Reifung mit diesem Funktionskreis zusammen. Auch unsere Stabilität im Leben, das Urvertrauen sind Aspekte davon und die Emotion, die dem FK Niere/Blase zugeordnet ist, ist die Angst. Das Ohr gehört als Sinnesorgan genauso zu diesem Funktionskreis wie der salzige Geschmack, der an die Urmeere erinnert. Der Funktionskreis Niere/Blase sorgt mit seinem Qi und dem Lebensfeuer, das hier beheimatet ist, für die Versorgung und Erwärmung aller anderen Organe. Dabei kommt es darauf an, wie viel Qi vorhanden ist. Haben wir gut für uns gesorgt, sodass durch die Funktionskreise Milz (Nahrung) und Lunge (Atmung) viel Qi vorhanden ist, muss die Niere nicht so viel von der angeborenen Essenz verteilen. Haben wir wenig Qi, so wird der Vorrat an vorgeburtlichem Qi schneller verbraucht. Sind die Reserven verbraucht, dann sterben wir. Nach der TCM haben wir es zu einem gewissen Grad also selbst in der Hand, ob wir früher sterben oder nicht.

Gua Sha

Gua Sha ist eine ausleitende Behandlungsmethode, die aus der chinesischen Volksmedizin kommt und heute auch im Westen immer beliebter wird. Dabei wird über die Haut geschabt, bis sich eine Rötung und kleine rote Punkte (Petechien) bilden. Als Werkzeug kannst du einen einfachen Schraubdeckel eines Marmeladenglases mit abgerundetem Rand nehmen oder auch einen chinesischen Suppenlöffel. Gua Sha kann bei vielen unterschiedlichen Erkrankungen eingesetzt werden, bei denen es um die Ausleitung von Hitze, Kälte, Feuchtigkeit etc. geht. Das können Erkältungen oder Allergien sein (Gua Sha am Nacken durchführen) sowie Muskelverspannungen (z. B. die umgebende Muskulatur bei Arthrose, Rheuma, Gelenkentzündungen, Rückenschmerzen). Durchführung: Reibe die Haut mit etwas Öl ein (z. B. Massage-Öl oder Tigerbalsam) und schabe über die Muskulatur (bitte nicht über Knochen oder verletzte Haut). Zunächst entsteht eine Rötung, dann kleine rote Punkte (Petechien). Schabe so lange, bis keine neuen Petechien mehr entstehen. Die Petechien verschwinden innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen wieder.

Krankmachende (pathogene) Faktoren

In der TCM werden Krankheiten anhand von Bildern beschrieben. Ausgehend von Phänomenen der Natur werden Symptome nach den Wirkungen dieser Naturphänomene beschrieben. Zum Beispiel sieht ein Mensch mit einer Erkältung so aus, als sei er in die Kälte gekommen (Frösteln, Nasenlaufen usw.). Aus dieser Sichtweise heraus sind die pathogenen Faktoren, wie Wind, Kälte, Hitze oder Feuchtigkeit/Schleim, Begrifflichkeiten, die bestimmte Wirkungen im Körper anzeigen:

  • Rötung oder stark gefärbte Sekrete, viel Durst = Hitze
  • Schweregefühl, Schwellungen, trüber Ausfluss = Feuchtigkeit
  • Jucken, Zittern oder wandernde Schmerzen = Wind
  • Blässe, Abneigung gegen Kälte und Frösteln = Kälte

Die TCM kennt auch Krankheitsfaktoren, die im Inneren entstehen (unsere Emotionen), wie z. B. Zorn, Angst, Traurigkeit, manisches Verhalten oder sich ständig Sorgen machen. Hier sind es nicht die Gefühle selbst, die krank machen, sondern lange anhaltende und unterdrückte Gefühle führen zu Störungen.

Qi

Die allumfassende Lebenskraft wird in der TCM als „Qi“ bezeichnet. Sie ist nicht nur in unserem Körper präsent (gegenwärtig), sondern auch in unserer Umgebung (Luft, Atmosphäre, in Pflanzen, Tieren usw.). Qi kommt in unserem Körper vor (beispielsweise in unseren Akupunkturleitbahnen), aber auch unsere Gedanken, Emotionen und unser Bewusstsein werden als Qi-Kräfte bezeichnet. Qi wird durch Bewegung, Ernährung, Akupunktur und ebenso durch unsere Gedanken und Gefühle beeinflusst. Qi sollte im Idealfall harmonisch in den Leitbahnen (Meridianen) fliessen und alles im Gleichgewicht halten, dann sind wir gesund. Der harmonische Fluss von Qi wird in fünf Funktionskreisen (FK) sichtbar, die unterschiedliche Aufgaben haben.

Yin und Yang

In der daoistischen Philosophie werden Phänomene den zwei Polaritäten (Gegensätze) Yin und Yang zugeordnet. Yin steht dabei für das Strukturelle, Materielle (z. B. die Körperstruktur, das Blut), die Nacht, das weibliche Prinzip, die Körpervorderseite, die Ruhe, das Sammelnde. Yang dagegen repräsentiert das Immaterielle (z. B. auch das Qi), den Tag, das männliche Prinzip, die Aktivität, das Zerstreuende, die Körperrückseite. Diese Entsprechungen stellen Gegensätze dar, die sich jedoch brauchen. Aus Tag und Nacht, Geist und Materie oder Sammeln und Entfalten entsteht eine Einheit, die nur durch die zwei Polaritäten möglich wird. Es gibt hier keine Wertungen, sondern das Ziel ist die Vollkommenheit, in der die Gegensätze vereint sind. Für die Gesundheit unseres Körpers und Geistes geht es um den harmonischen Ausgleich der Aspekte von Yin und Yang.

 

Aktuelle Infos zu TCM-Fachbegriffen und unseren 5 weiteren Behandlungsmethoden findest auch auf unserer Facebook-Seite.