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Welche Behandlungsmethoden der neuen Zeit gibt es?

Coretify stellt zu den häufigsten chronischen Krankheiten und Allergien die anerkannten medizinischen Behandlungsmethoden vor, die heute weltweit am meisten verbreitet sind. Das sind die folgenden medizinischen Systeme:

  1. Allgemeinmedizin
    Allgemeinmedizin stellt in der Regel die medizinische Grundversorgung in unseren Gegenden sicher. Sie basiert auf der wissenschaftlich orientierten Schulmedizin, die heute an westlichen Hochschulen gelehrt wird.
  2. Anthroposophische Medizin
    Die Grundlage der Anthroposophischen Medizin ist das schulmedizinische Wissen. Jedoch fügt die Anthroposophische Medizin noch die Erkenntnisse aus der anthroposophischen Menschenkunde hinzu, die eine ganzheitliche Sicht ermöglicht nach Körper, Seele und Geist.
  3. Ayurveda
    Ayurveda ist eine alternative Behandlungsmethode. Sie wirkt als personalisierte Ganzheitsmedizin und ist damit so modern wie nur wenige Therapieformen. Die Grundlage des ayurvedischen Gesundheitsverständnisses ist das Konzept des Gleichgewichts in jedem Menschen.
  4. Homöopathie
    Die Homöopathie ist eine ganzheitliche Behandlungsmethode, die den Zustand von Körper, Geist und Seele berücksichtigt. Das Wort „Homöopathie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet “ähnliches Leiden“.
  5. Naturheilkunde
    Naturheilkunde ist die traditionelle Heilkunst Europas und wird daher auch als Traditionelle Europäische Naturheilkunde (TEN) bezeichnet.
    Solange diese Wirkprinzipien in Balance sind, ist der Mensch gesund. Kommt es jedoch zu Verschiebungen oder zu Verunreinigungen, wird der Mensch krank.
  6. Traditionelle Chinesische Medizin
    Es ist eine anerkannte alternative Heilmethode. Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) beruht auf einem anderen Menschenbild, einem anderen Heilungskonzept und anderen Möglichkeiten zur Anamnese als die allgemein bekannte Schulmedizin.
    Die Säulen der TCM sind Arzneimittelkunde (Kräutertherapie), Akupunktur, Tuina, Shiatsu und Qigong.

 

Rolfing – Finde dein Gleichgewicht und nimm Haltung an!

Juni 27th, 2022 by

Lesedauer: 6 Minuten

Der menschliche Körper ist sehr unterschiedlichen Kräften ausgesetzt. Rolfing hilft dir dabei, das strukturelle Gleichgewicht deines Körpers zu stärken. Es schult dein Bewusstsein für alltägliche Bewegungen und Haltungen beim Stehen, Gehen, Sitzen und Liegen.

Rolfing – Was ist das?

Rolfing hilft dir dabei, das strukturelle Gleichgewicht deines Körpers zu stärken. Es geht also weniger um seelisches Gleichgewicht, sondern um die Balance deiner Körperteile. Um zu verstehen, was Gleichgewicht aus physikalischer Sicht überhaupt ist, gebe ich dir ein Beispiel: Stell dir vor, du hältst einen kleinen Ball zwischen Daumen und Zeigefinger. Dieser Ball befindet sich im Gleichgewicht, weil du mit deinen Fingern bzw. mit den Muskeln deines Armes und deiner Hand dieselbe Kraft aufbringst, mit der die Schwerkraft auf den Ball einwirkt. Die Schwerkraft zieht den Ball nach unten, die Kraft deiner Muskeln zieht ihn in gleicher Weise nach oben, die beiden Kräfte heben sich dabei gegenseitig auf, ihre Summe ist daher Null. Lassen deine Finger los, kommt der Ball aus dem Gleichgewicht und fällt zu Boden, weil dann eben nur noch eine Kraft auf ihn einwirkt, nämlich die Schwerkraft. Weil der Boden ein fester Körper ist, wirkt er mit der sogenannten „Normalkraft“ (Stützkraft der Erde) auf den Ball. Der Ball befindet sich erneut im Gleichgewicht, weil die Normalkraft und die Schwerkraft in diesem Fall gleich stark sind und einander entgegenwirken. Die Physik betrachtet Gleichgewicht also als den Zustand, in dem sich alle Kräfte gegenseitig aufheben, die auf einen Körper einwirken, ob diese Kräfte nun von innen oder von aussen kommen. Bei ruhenden Körpern (wie dem Ball zwischen deinen Fingern oder am Boden) oder bei sich gleichmässig und geradlinig bewegenden Körpern (z. B. einer auf der Ebene rollenden Kugel) sind alle Kräfte im Gleichgewicht und neutralisieren sich gegenseitig. 

Der menschliche Körper ist sehr unterschiedlichen Kräften ausgesetzt. Von innen wirken z. B. die Muskelkraft, die elastische Spannkraft unseres Bindegewebes sowie der Innendruck der verschiedenen Körpersäfte in den Gefässen (z. B. Blut, Lymphe), der in der Fachsprache „Turgor“ heisst. Von aussen wirken die Schwerkraft und die Stützkraft der Erde (Normalkraft) auf unseren Körper ein, wobei insbesondere die Schwerkraft einen grossen Einfluss auf uns bzw. auf unser Bindegewebe ausübt. 

Das Bindegewebe lässt sich auch als Hüllgewebe bezeichnen, denn zähe, aus Bindegewebe bestehende Häute, die sogenannten „Faszien“, umhüllen Knochen, Muskeln und Organe und verbinden diese miteinander. Wenn du alle Faszien zusammen betrachtest, dann bilden diese ein dreidimensionales Netz, das den gesamten Körper zusammenhält. Unser Körper erhält dadurch seine Grundstruktur und seine Form. Aber nicht nur dafür sind Faszien verantwortlich, sondern sie sorgen mithilfe ihrer elastischen Spannkraft auch dafür, dass du aufrecht stehen und gehen kannst, wobei sie zugleich deine Muskeln entlasten. 

Unter dem starken und ständigen Einfluss der Schwerkraft können sich einzelne Faszien mit der Zeit verkürzen und verhärten. Wenn du dir vorstellst, dass alle Faszien netzartig miteinander verbunden sind, dann kannst du dir denken, dass diese Verkürzungen und Verhärtungen nicht nur die betroffenen Faszien und den Körperbereich beeinträchtigen, in dem sich die jeweilige Faszie befindet, sondern dass sie das gesamte Bindegewebssystem in Mitleidenschaft ziehen. Im zusammenhängenden Fasziennetz werden nämlich Fehlspannungen von einem Körperbereich auf den anderen übertragen. Weil sich die Kräfte dann ungleichmässig verteilen und nicht mehr gegenseitig aufheben, wird das Gleichgewicht deines Körpers gestört und deine Körperstatik gerät sozusagen „ins Wanken“. Damit du dich trotzdem einigermassen aufrecht halten und dich bewegen kannst, musst du unter diesen Umständen letztlich mehr Kraft aufwenden. Langfristig gesehen führen Verhärtungen und Verklebungen im Bindegewebe zur Fixierung dieser Fehlhaltungen, was wiederum deine Beweglichkeit einschränkt. Du kannst dir vorstellen, dass dieser Zustand auf Dauer Ermüdungserscheinungen, Verspannungen, Verschleiss von Körpergeweben und Schmerzen nach sich zieht. Dem versucht die Rolfing-Methode entgegenzuwirken: Indem das Verhältnis des Körpers bzw. des gesamten Organismus zur Schwerkraft mithilfe von Rolfing besser gestaltet wird, kann dein Körper wieder zurück in „seine Mitte“ finden, also ins Gleichgewicht. Damit wird zugleich eine bessere Grundlage für deine Gesamtpersönlichkeit geschaffen und du lernst deinen Körper als Ausdruck deiner Person zu erleben. 

Die Entwicklung der Rolfing-Methode

Entwickelt wurde die Methode von Ida Pauline Rolf (1896-1979), einer amerikanischen Biochemikerin, die viele Jahre lang am Rockefeller-Institut arbeitete. Als Wissenschaftlerin beschäftigte sie sich überwiegend mit den Eigenschaften des menschlichen Bindegewebes. Darüber hinaus interessierte sie sich für Yoga, Osteopathie und Homöopathie. Aus all ihren Beschäftigungsgebieten leitete sie Erkenntnisse ab und schuf schliesslich das Konzept der „Strukturellen Integration“, wie sie ihre Vorgehensweise nannte. Als „Rolfing“ wurde die Methode später bekannt. Ida Rolf vertrat die Überzeugung, dass sich durch die von ihr entwickelte manuelle, also mit den Händen ausgeführte, Körpertherapie über das Bindegewebe nicht nur der Körper wieder ins Gleichgewicht bringen lässt, sondern dass sich nachfolgend auch das seelische Gleichgewicht wieder einstellt. Infolge einer Begegnung mit dem deutsch-amerikanischen Psychotherapeuten Fritz Perls erfuhr Ida Rolfs Methode Mitte der 1960er Jahre in den USA starken Aufschwung. In Boulder, Colorado, gründete die Körpertherapeutin 1971 schliesslich das „Rolf Institut für Strukturelle Integration“, in welchem sie ihre Methode lehrte. 

Grundlegend für Ida Rolfs Methode war, dass sie das Bindegewebe bzw. die Faszien als strukturgebendes Körpergewebe ansah und ihr gleichzeitig bewusst war, dass das körperliche und seelische Gleichgewicht von einer guten Anpassung an die Schwerkraft abhängig ist. Sie erkannte, dass sich mithilfe von gezieltem und gefühlvollem Druck verklebte und verspannte Faszien und Bindegewebsschichten wieder lösen lassen. Entsprechend des Körperbereichs und je nachdem, in welcher Schicht behandelt werden soll, nutzt der Therapeut dabei nicht nur seine Finger und Hände, sondern gegebenenfalls auch die Finger- und Handknöchel oder gar die Ellbogen. Gewebsverkürzungen werden dabei gedehnt und Verhärtungen gelockert und geschmeidig gemacht. Die „Rolferin“ therapiert dabei nicht die Symptome. Stattdessen steht die Verbesserung der gesamten Körperhaltung im Vordergrund. Dabei sollen die maximale Aufrichtung erzielt sowie ökonomische Bewegungsformen erlernt werden. Rolfing will folglich nicht medizinische Probleme oder deine Schmerzen behandeln, sondern es versucht deinen Körper unter den Bedingungen der Schwerkraft neu auszurichten. Daher begreift sich die Methode eher als vorbeugende Massnahme. Bestenfalls verschwinden durch die Therapie jedoch auch deine Symptome, sofern du schon welche hast. 

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Rolfing dir helfen will, im Gleichgewicht mit dir selbst und deiner Umgebung zu sein. Es schult dein Bewusstsein für alltägliche Bewegungen und Haltungen beim Stehen, Gehen, Sitzen und Liegen. Du lernst dabei weniger deine Muskelkraft einzusetzen als vielmehr die Schwerkraft, die Normalkraft (Stützkraft der Erde) und die elastische Spannkraft deiner Faszien zu nutzen. Deine Bewegungen werden entspannter, federnder, ökonomischer und intelligenter, ähnlich den geschmeidigen Bewegungen einer Katze. Du bekommst ein Gefühl für Gleichgewicht und dafür, wie die Schwerkraft auf deinen Körper wirkt. Wie bei allem fällt kein Meister vom Himmel: Es bedarf ein wenig Zeit und Raum, um die neu erlernten Haltungen und Bewegungen einzuüben. Doch je länger du übst, umso eher merkst du, wenn du in alte unökonomische Haltungen und Bewegungsmuster zurückfällst. Vielleicht hat dieser Artikel ja deine Neugier geweckt? Probiere es aus! Finde zurück in dein persönliches Gleichgewicht und nimm eine aufgerichtete, ökonomische Haltung an. 

Herzlichen Dank an Dr. Thomas Walser (www.dr-walser.ch) für seine Basis für diesen Beitrag. Ergänzend wurden Wikipedia-Artikel über Rolfing und Ida P. Rolf herangezogen. 

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Ayurveda – Erfahrungsmedizin für innere Balance

Februar 7th, 2022 by

Lesedauer: 10 Minuten

Was kann eine Heilkunde, die Tausende Jahre alt ist, älter als jede andere, für die gesundheitlichen Herausforderungen der modernen Zeit schon leisten? Diese Frage stellt sich angesichts unserer heutigen apparativen Hochleistungsmedizin, die aber leider die Menschlichkeit und innere Balance etwas verdrängt hat.

Eine personalisierte Ganzheitsmedizin für innere Balance

Ayurveda – das Wissen vom Leben – vermittelt uns die Gesetzmässigkeiten der Natur in Bezug auf die Gesundheit. Und weil diese Gesetze zeitlos sind, verliert auch Ayurveda seine Gültigkeit nicht. Wenn wir uns mit diesem ältesten überlieferten Medizinsystem der Menschheit etwas näher befassen, stellen wir zu unserer Überraschung fest, dass es sich um eine personalisierte Ganzheitsmedizin handelt. Was wir in der derzeitigen Entwicklung der Schulmedizin vielleicht als einen revolutionären Reifungsprozess betrachten, existiert offenbar bereits seit langem.

Patienten mit einer massgeschneiderten Ayurveda-Therapie zur Wiedererlangen oder Erhaltung der inneren Balance zu behandeln, muss eigentlich der Anspruch jedes ärztlichen Vorgehens sein. Für die Schulmedizin tat sich diese Perspektive aber erst mit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms und der Geburt der modernen Epigenetik auf. Im augenblicklichen Stadium einer individualisierten Medizin spielt vor allem die Pharmakogenomik eine wichtige Rolle, d.h. also die Wirkung individueller Erbanlagen auf Arzneimittel. Damit berühren wir aber auch ein eklatantes Defizit der gängigen ambulanten Praxis. Denn bei der Therapie beschränkt sich das ärztliche Prozedere heutzutage vornehmlich auf die Verordnung von Medikamenten und befasst sich nur marginal mit der Lebensweise eines Patienten. Gerade aber in diesem Nährboden wurzeln die Krankheiten, mit denen wir es gegenwärtig hauptsächlich zu tun haben. Und weil in der Disziplin, die wir heute „Lifestyle Medizin“ nennen, eine der ganz großen Stärken des Ayurveda liegt, lohnt es sich gerade für den ärztlichen Alltag, sich intensiv damit auseinanderzusetzen.

Homöostase und die drei Doshas

Die Grundlage des ayurvedischen Gesundheitsverständnisses sowie der Ätiologie, Pathophysiologie, Therapie und Prävention ist das Konzept des Gleichgewichts, der Homöostase oder des Steady State. Also der inneren Balance. Doch anders als unsere moderne Physiologie und Biochemie, die das Phänomen der Homöostase auf unzählige, wechselwirkende, homöostatische Regelkreise herunterbrechen, definiert Ayurveda den Steady State als das harmonische Wechselspiel von drei Bioprogrammen, die Doshas genannt werden. Diese drei Doshas heissen Vata, Pitta und Kapha und schaffen alle Strukturen im Organismus und steuern auch ihre Funktionen.

Um sich unter diesen Bioprogrammen konkret etwas vorstellen zu können, vergleichen wir den Körper der Einfachheit halber einmal ganz mechanistisch mit einer Verbrennungsmaschine, die wir im Wesentlichen mit vier Energieträgern „füttern“: mit unserer Nahrung, mit Flüssigkeit, mit Licht und mit Sauerstoff. Diese Energieträger setzt der Körper um in 1. kinetische Energie, also Bewegung, 2. thermische Energie oder Wärme und 3. den kontinuierlichen Wiederaufbau seiner eigenen Strukturen, sprich seiner Organe und Gewebe.

Übersetzt in die ayurvedische Terminologie stehen kinetische Energie für Vata, thermische Energie für Pitta und die materiellen Strukturen für Kapha.

Vata steuert demnach alle Bewegungsabläufe im Organismus. Dazu gehört nicht nur die Aktivität des Bewegungsapparats, also der Muskulatur und des Skelettsystems. Auch das pulsierende Herz, die sich weitende und zusammenziehende Lunge, das strömende Blut, die Erregungsmuster des Nervensystems, der motile Darm oder die sich teilenden Zellen befolgen die Signale von Vata. Weiter steht Vata für Kreativität, Flexibilität, Begeisterungsfähigkeit und Sprachbegabung.

Das Bioprogramm für die Wärmebildung und den Stoffwechsel heisst Pitta. Verdauung, Energieumsatz, Säure-Basen-Regulation unterstehen dem Pitta-Dosha. Alles, was der Organismus und der Wahrnehmungsapparat aufnehmen, wird von Pitta zerlegt und in die Körpergewebe transformiert. Die Funktionen der Haut – ihre Klarheit, Leuchtkraft und Ausstrahlung, die der Leber, der Milz, der Bauchspeicheldrüse, der Schilddrüse und anderer hormonproduzierender Organe hängen von einem ausgewogenen Pitta ab. Pitta ist ausserdem verantwortlich für die Klarheit des Intellekts, analytische Fähigkeiten, Durchsetzungskraft, Entscheidungsfreude, Ehrgeiz und Führungswillen.

Kapha ist das Strukturprogramm, es bildet das Gerüst der Materie. Es gibt dem Körper Festigkeit, Stabilität und Ausdauer, reguliert den Flüssigkeitshaushalt und repräsentiert die Energiespeicher des Organismus. Kapha erzeugt Ausdauer, Durchhaltevermögen, Empathie und Weitsicht.

Diese drei Doshas Vata, Pitta und Kapha arbeiten auf allen physiologischen Ebenen immer zusammen – in der Welt der Zelle ebenso wie in den Organen und Organsystemen. Doch bei jedem Menschen sind die Bioprogramme spezifisch verteilt und dadurch entstehen unterschiedliche Konstitutionstypen mit ihren ganz besonderen und individuellen Merkmalen – ihrer charakteristischen Persönlichkeit, ihren Neigungen und Abneigungen, ihren Talenten, ihrem Körperbau, ihrer Krankheitsdisposition etc. Bewegen sich die Doshas in ihrem spezifischen, individuellen Fliessgleichgewicht, ihrem Steady State, erfreuen wir uns bester Gesundheit. Geraten sie aus der Balance, werden wir krank. Auf einen vereinfachten Nenner gebracht, geht es in der ayurvedischen Medizin also darum, die Ausgewogenheit von Vata, Pitta und Kapha zu erhalten oder wiederherzustellen.

Wie geht ein ayurvedischer Arzt zur Stärkung der Balance vor?

Beantworten wir diese Frage anhand eines konkreten Falls: Inge Möller ist Steuerberaterin. 48 Jahre alt, verheiratet, zwei Töchter, eine in der Abiturvorbereitung, die andere in der Spätpubertät. Sie stemmt Beruf und Familie, fühlt sich fast immer gestresst und gehetzt. Sie klagt über Schlafstörungen, innere Unruhe, rezidivierende Spannungskopfschmerzen, Obstipation, massiven Blähbauch und Lumboischialgien. Die Symptome schwanken in ihrer Intensität – Wetterwechsel wirkt sich negativ aus, ebenso unregelmässige Mahlzeiten, viel Rohkost und Stress. Ausserdem beobachtet Frau Möller, dass die Symptome sich nachmittags sowie im Herbst und Frühjahr verstärken. Sie wird seit einiger Zeit schulmedizinisch therapiert, die Beschwerden haben sich jedoch nicht auf Dauer gebessert. Darum sucht Frau Möller einen ayurvedischen Arzt auf.

Diagnose

Am Anfang der ärztlichen Tätigkeit steht in jedem medizinischen System immer die Diagnose. Idealerweise findet der Arzt dabei die Ursache der Beschwerden, oft muss er sich aber mit der Behandlung von Symptomen begnügen. Im Gegensatz dazu sucht der ayurvedische Arzt die Ursache einer Krankheit immer in einem Ungleichgewicht zwischen den drei Bioprogrammen. Natürlich beachtet er auch die Manifestationen dieser Dysbalance, doch sein Fokus liegt auf dem entstandenen Missverhältnis von Vata, Pitta und Kapha. Das erkennt er primär aus dem Puls, der Anamnese und der körperlichen Untersuchung.

Puls

Wer zum ersten Mal mit der ayurvedischen Medizin zu tun hat, dem mag es ungewöhnlich erscheinen: Der Ayurveda-Arzt beginnt mit einer Pulsdiagnose. Mit drei Fingern ertastet er dabei das Wechselspiel der Bioprogramme, aus dem er z. B. die Aktivität des Stoffwechsels, die Ausscheidungsfunktionen, die Strukturen der Körpergewebe und die psychische Verfassung erkennen kann. Im Falle von Frau Möller wird er einen deutlichen Überhang des Vata-Doshas ertasten.

Anamnese

Um einen Menschen und sein Leben möglichst vollständig zu verstehen, bedarf es Zeit. Der ayurvedische Arzt führt ein ausführliches Gespräch mit seinem Patienten. Dabei interessiert er sich für alles, was Einfluss auf die Gesundheit hat. Für gegenwärtige und vergangene Krankheiten, Ernährung, Tagesablauf, Schlafverhalten, Bewegung, Stressoren, Neigungen und Unverträglichkeiten. Für Beruf, Partnerschaft, Familie, soziales Umfeld, Herkunft, Kultur, Klima, für Vergangenes und die Gegenwart, Ängste, Verletzungen, Hoffnungen, Freuden, Lebensglück und Würde – für den ganzen Menschen eben.

In dem Gespräch mit Frau Möller bestätigt sich für den ayurvedisch geschulten Arzt das Ergebnis der Pulsdiagnose: eine deutliche Störung des Vata-Doshas.

Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung benutzt der ayurvedische Arzt alle seine Sinne, um sein Gegenüber zu erfassen. Er untersucht – wie jeder Schulmediziner auch – Kopf, Herz, Lunge, Kreislauf, Verdauungsorgane, Bewegungsapparat, Nervensystem. Er schaut sich besonders die Zunge an. Und er prüft detailliert die gesamte körperliche und geistige Konstitution im Hinblick auf die ayurvedische Typisierung seines Patienten.

Bei unserer Patientin, einer nicht sehr grossen, quirligen, zartgliedrigen und redseligen Frau, fällt eine Herzfrequenz von 92, ein geblähtes Abdomen, eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung im LWS-Bereich, ein dunkelgrauer Zungenbelag und eine trockene Haut auf – alles Zeichen eines überzogenen Vata-Doshas bei einer vorwiegend vatageprägten Konstitution.

Apparative Diagnostik

Natürlich bedient sich der moderne ayurvedische Arzt heute auch – soweit nötig und verfügbar – State of the Art apparativer diagnostischer Verfahren, um seinen Befund zu ergänzen und zu vervollständigen.

Therapie

Auf der Grundlage einer gewissenhaften Diagnose entwirft der Ayurveda-Arzt nun ein ganzheitliches und personalisiertes Therapiekonzept zur Wiederherstellung der Balance aller Doshas. Dabei proklamiert er von Beginn an den Leitsatz: Gesundheit gibt es nicht auf Rezept! Es reicht nicht aus, ein paar Pillen zu schlucken und allein davon dauerhafte Heilung zu erwarten. Der Patient muss möglicherweise auch die eine oder andere Umstellung in seinen Lebensgewohnheiten vornehmen, denn wie Hippokrates bereits sagte: „Krankheiten fallen nicht vom Himmel, sondern sind das Resultat all der kleinen Sünden, die wir täglich begehen.“

Ein ganzheitliches Therapiedesign muss nicht nur individuell auf einen Patienten zugeschnitten, sondern vor allem so konzipiert sein, dass jedes Behandlungselement das andere in seiner Wirkung verstärkt. Es muss praktikabel und umsetzbar sein – darum ist bei der therapeutischen Planung die Absprache des Arztes mit seinem Patienten von eminenter Bedeutung. Wenn wir bei unserer Patientin als Ursache ihrer Beschwerden eine Vata-Störung bei einer auch vorwiegend durch Vata geprägten Konstitution diagnostiziert haben, müssen all die verschiedenen therapeutischen Massnahmen zum einen Vata harmonisieren, zum anderen aber auch direkt die Symptome bekämpfen. Dabei stützt sich die Therapie vornehmlich auf folgende Pfeiler:

Phytotherapie

Der ayurvedische Arzt behandelt sanft und natürlich, wenn immer möglich ohne Chemie. Er setzt auf bewährte Heilmittel, von denen bei richtiger Anwendung keine Nebenwirkungen bekannt sind. Ayurvedische Präparate nutzen bevorzugt Heilpflanzen und mineralische Substanzen, die durch oft aufwendige und langwierige pharmazeutische Verfahren hergestellt werden. Im Falle unserer Patienten nützt eine Kombination der Heilpflanzen, die das überschüssige Vata in den unterschiedlichen Organsystemen beruhigt.

Ahara – Ernährung

Wer richtig isst, braucht keine Medizin – wer sich falsch ernährt, dem nützt keine Medizin. So heisst ein alter ayurvedischer Leitsatz, der die Bedeutung der Ernährung für die Gesundheit verdeutlicht. Darum legt der ayurvedische Arzt nach einer ausführlichen Analyse der Essgewohnheiten auf die Ernährungsberatung grossen Wert. Nicht für jeden gelten dabei die gleich en Regeln, ein ayurvedischer Ernährungsplan muss vielmehr detailliert auf den einzelnen abgestimmt werden – Konstellation der Bioprogramme, Gesundheitszustand, Verdauungskraft, Konstitution, Tages- und Jahreszeit dabei berücksichtigen. Bei unserer Patientin empfehlen sich u.a. vatareduzierende Nahrungsmittel, keine Rohkost, regelmässige warme Mahlzeiten, leichtes Essen morgens und abends, keine kalten Getränke, eine Einschränkung von Kaffee und schwarzen Tee.

Vihara – Chronohygiene

Es gibt keine Funktion im menschlichen Organismus, die nicht einem Biorhythmus unterliegt. Darum ist “eine Hygiene der Zeit“ wichtig für Heilungsprozesse und Gesundheit. Z.B. wird eine Reihe von Verdauungsenzymen nachts vom Körper nicht gebildet, das Mikrobiom zieht sich in das Darmlumen zurück – ein schweres Abendessen kann darum nur schlecht verarbeitet werden. Eine chronohygienische Beratung schliesst der natürlichen Biorhythmik angepasste Arbeit, Regeneration, Ernährung und Bewegung ein. Bei unserer Patientin heisst das möglichst früh ins Bett, regelmässige Regenerationsphasen, Meditation, moderate Bewegung am besten morgens, Hauptmahlzeit mittags.

Panchakarma – Entgiftung       

Es gibt in der ayurvedischen Medizin eine Vielzahl entgiftender Massnahmen, die man leicht zu Hause und im Alltag durchführen kann. Eine regelmässige Reinigung und Entlastung des Organismus, insbesondere des Stoffwechsels, sind für die Gesundheit so wichtig, weil wir im Laufe des Lebens 30 Tonnen Nahrung (davon isst jeder durchschnittlich 40 Schweine, einige hundert Hähnchen, 6.5 Tonnen Gemüse) und 50.000 Liter Flüssigkeit (jeder trinkt z.B. durchschnittlich 90.000 Tassen Kaffee und 980 Kästen Bier) zu uns nehmen, fortwährend etwa 100.000 verschiedene Giftstoffe aus der Umwelt einlagern und täglich den Restmüll von etwa 600 Milliarden abgestorbenen Zellen entsorgen müssen. Besonders effizient ist die Panchakarma-Therapie, eine grundlegende, systematische Detox-Behandlung, die unsere Patientin allerdings in einer Ayurveda-Klinik stationär durchführen sollte. Dabei sind zur Ausleitung des überschüssigen Vata bei ihr insbesondere Ölmassagen und Ölgüsse sowie Verfahren der Darmreinigung indiziert.

Yoga – Stressmanagement

Die Weltgesundheitsorganisation hat Stress als die grösste gesundheitliche Herausforderung des 21. Jahrhunderts ausgemacht. Darum gehört wirksame Stressbewältigung und Stärkung der inneren Balance heute zu den wichtigsten therapeutischen Massnahmen. Laut Experten sind mittlerweile 70% der Krankheiten auf Stress zurückzuführen. In der ayurvedischen Medizin und ihrer Schwesterdisziplin, dem System des Yoga, gibt es hocheffiziente Verfahren, um Stressresistenz, Resilienz und Leistungskraft zu verbessern. Dazu gehören z.B. leichte Körperübungen, die bei unserer Patientin gezielt bei der Behandlung ihres LWS-Syndroms eingesetzt werden können. Besonders wirksam wäre bei ihr auch der Einsatz einer mentalen Yoga-Technik, nämlich der Transzendentalen Meditation (TM), einer einfachen und dennoch hocheffizienten geistigen Methode der Tiefenentspannung, da ein Grossteil der Symptome bei Frau Möller stressbezogen sind. Das breite Wirkungsspektrum der TM ist wissenschaftlich umfassend dokumentiert.

Vyayama – Bewegung

Chronischer Bewegungsmangel gehört heute zu einer entscheidenden Ursache vieler Erkrankungen. Die richtige Form der Bewegung ist allein schon eine hervorragende „Arznei“ und stärkt das Immunsystem. Doch nicht jede Sportart passt für alle Menschen. Je nach Ungleichgewicht der Bioprogramme, Beschwerdebild, Konstitution, Alter und Neigung kann mithilfe von ayurvedischen Auswahlkriterien für jeden die geeignete Bewegungsform und Trainingsintensität ermittelt werden. Grundsätzlich gilt: Beim Sport sollte man sich nie überfordern. Leichte Yogaübungen und Walking sind bei unserer Patientin geeignet, um ihr Vata zu dämpfen.

Weitere Massnahmen

Das ayurvedische Therapiespektrum beschränkt sich nicht auf die aufgeführten Behandlungsmodule. Je nach Notwendigkeit kann zusätzlich eine Reihe von weiteren spezifischen Massnahmen ergriffen werden wie z.B. Marmatherapie oder Aromatherapie, die auch bei Frau Möller im Rahmen des ganzheitlichen ayurvedischen Ansatzes sehr nützlich wären.

Das Ziel ayurvedischer Therapie und Prävention

Heilung heisst das Idealziel jeder medizinischen Intervention. Aus Sicht des Ayurveda bedeutet das aber nicht nur das Kurieren einer Krankheit und seiner Symptome, sondern die nachhaltige Wiederherstellung des Dosha-Gleichgewichts. Bei Frau Möller endet die Behandlung nicht, wenn die Beschwerden beseitigt sind und die Therapie abgeschlossen ist. Sie mündet dann in die Prävention künftiger Erkrankungen.

Ein besonderer Pfeiler dieser Strategie heisst Satmya und Asatmya. Ein Organismus im Gleichgewicht sendet die Signale aus, die klar anzeigen, was ihm guttut und was nicht, was seine Wahrheit ist und was nicht – in der ayurvedischen Terminologie: was für ihn Satmya ist und was Asatmya. Das betrifft alles im Leben eines Menschen. Es geht also langfristig darum, die Empfindsamkeit für die Botschaften aus dem Inneren so zu steigern, dass wir die eigene Körperintelligenz wieder spüren und lernen, auf sie zu vertrauen und achtsam mit uns, mit anderen sowie mit unserer Umgebung umzugehen.

Auf diesem Weg gilt ein wichtiges Augenmerk der Compliance: Die ayurvedische Medizin pocht ganz und gar nicht auf eine radikale Veränderung des Lebens, sondern vertritt eine Strategie der kleinen Schritte. Behutsam schädliche Gewohnheiten durch nützliche zu ersetzen – so heisst die Devise. In der Therapie wie in der Prävention.

Wenn ein ayurvedischer Mediziner seine Patienten auf dem Pfad hin zu einer ganzheitlichen Gesundung begleitet, dann sollte er sich – ganz so, wie es in den 3500 Jahre alten klassischen Texten geschrieben steht – nicht nur als Arzt im gängigen Sinne begreifen, sondern auch als Freund, Philosoph und weiser Ratgeber. Und dabei soll er mitfühlend und einfühlsam sein, geduldig zuhören, verstehen und Mut machen.

Konkrete Informationen zur Behandlung mit Ayurveda findest du bei den Heilmethoden verschiedener Krankheiten. Zudem basieren unsere Ernährungsempfehlungen auf der Ernährungslehre von Ayurveda. Aktuelle Infos findest du auch auf unserem Facebook-Profil.

So hilft dir Traditionelle Chinesische Medizin

Oktober 4th, 2021 by

So hilft dir Traditionellen Chinesische Medizin: Interview mit Dr. med. Cornelia Böttcher über das Erfolgsgeheimnis der TCM: Die Kaiser haben den Arzt entlassen, wenn sie krank wurden.

Videodauer 7 Min.

 

So hilft dir Traditionelle Chinesische Medizin: “Die Kaiser haben den Arzt entlassen, wenn sie krank wurden” fasst Dr. med. Cornelia Böttcher den Erfolg der TCM in der Prävention zusammen. Du erfährst in dem Interview, was die Stärken der TCM sind und warum es wichtig ist, eine Krankheit nicht nur auf der körperlichen Ebene zu behandeln. Lerne von unserer Fachexpertin für TCM, was es braucht, um Krankheiten grundlegend zu heilen, und wie dabei die klassische Schulmedizin und bewährte komplementäre Behandlungsmethoden bestmöglich zusammenwirken können. Erfahre, wie TCM dir helfen kann, zu deinem inneren Gleichgewicht zu finden und nachhaltig gesund zu bleiben oder zu werden.

Du findest bei Coretify im Bereich Heilmethoden einfach verständliche Informationen, wie dir TCM bei über 40 Allergien und chronischen Krankheiten helfen kann. Beiträge zu fünf weiteren bewährten Behandlungsmethoden findest du ebenfalls im Bereich Heilmethoden. Tipps für deinen gesunden Alltag erhältst du in deinem Gesundheitsplan

Die Traditionelle Chinesische Medizin ist als Behandlungsmethode bereits über zweitausend Jahre alt. Sie ist von dem Ayurveda beeinflusst, das noch wesentlich älter ist. Beide Lehren vertreten die Ansicht, dass Körper und Geist eine Einheit bilden. Die Säulen der modernen TCM sind Arzneimittelkunde (Kräutertherapie), Akupunktur, Tuina, Shiatsu und Qigong. Neben der Arzneimittellehre ist heute besonders die Akupunktur sehr wichtig und hat sich in der westlichen Welt als alternative Heilmethode einen sehr guten Ruf erworben.

Dr. med. Cornelia Böttcher ist Fachärztin für physikalische und rehabilitative Medizin mit den Zusatzbezeichnungen Akupunktur, Chirotherapie/Manuelle Medizin und spezielle Schmerztherapie. Nach langjähriger Kliniktätigkeit praktiziert sie nun in eigener Praxis in der Nähe von München mit den Schwerpunkten Chinesische Medizin und Coaching/Begleitung in Lebenskrisen. Ausserdem ist sie Dozentin für Chinesische Medizin und Akupunktur. 2018 erschien ihr zweites Buch mit dem Titel “TCM Praxis Buch”.

 

Beiträge zu fünf weiteren bewährten Behandlungsmethoden findest du ebenfalls im Bereich Heilmethoden. Tipps für deinen gesunden Alltag erhältst du in deinem Gesundheitsplan

Aktuelle Infos zu deinem gesundem Leben und Heilmethoden findest du auch auf unserer Facebook-Seite.

So hilft dir Naturheilkunde

September 13th, 2021 by

So hilft dir Naturheilkunde: TEN-Therapeutin Chrischta Ganz verrät, was in der Naturheilkunde am meisten zählt.

Video-Dauer 7 Min.

 

So hilft dir Naturheilkunde: “Man braucht ein offenes Herz für die Patienten”, stellt unsere Fachexpertin für Naturheilkunde Chrischta Ganz fest. Sie informiert dich im Bereich Heilmethoden über Ursachen, Behandlung und Möglichkeiten zur Selbstfürsorge aus der Sicht dieser traditionsreichen europäischen Medizin. In diesem Interview erfährst du, warum es in der Naturheilkunde so wichtig ist, ein offenes Herz für die Patienten zu haben und was Chrischta Ganz besonders an ihrem Beruf schätzt.

Naturheilkunde ist die traditionelle Heilkunst Europas und wird daher auch als Traditionelle Europäische Naturheilkunde (TEN) bezeichnet. Aus ihr ging die heute gängige klassische Schulmedizin hervor. Viele pflanzliche Wirkstoffe werden auch in der klassischen Allgemeinmedizin verwendet und stellen weiterhin eine Verbindung zwischen diesen beiden Heilmethoden darf. Ziel der naturheilkundlichen Behandlung ist es, das Gleichgewicht dieser Wirkprinzipien und deren Qualität wiederherzustellen. Dadurch können die Selbstheilungskräfte des Organismus wieder aktiviert werden und sowohl akute wie auch chronische Krankheiten überwunden werden. Solange diese Wirkprinzipien in Balance sind, ist der Mensch gesund. Kommt es jedoch zu Verschiebungen oder zu Verunreinigungen, wird der Mensch krank.

Du findest bei Coretify im Bereich Heilmethoden einfach verständliche Informationen, wie dir Naturheilkunde bei über 40 Allergien und chronischen Krankheiten helfen kann. Beiträge zu fünf weiteren bewährten Behandlungsmethoden findest du ebenfalls im Bereich Heilmethoden. Tipps für deinen gesunden Alltag erhältst du in deinem Gesundheitsplan.

Chrischta Ganz absolvierte zunächst ein Grundstudium in Pharmazie und eine Ausbildung als Drogistin. Danach liess sie sich zur eidg. dipl. Naturheilpraktikerin TEN und dipl. Körpertherapeutin IKA ausbilden sowie in Schamanismus und Ritualarbeit. Sie betreibt ihre eigene Naturheilpraxis in Wald ZH mit Schwerpunkt Traditionelle Europäische Naturheilkunde (TEN), Heilpflanzenkunde, Stoffwechsel und manuelle Therapien, Begleitung von Menschen in Krisenzeiten, Arbeit mit den Selbstheilungskräften, schamanische Rituale und Heiltechniken, Klangtherapie mit Stimmgabeln. Darüber hinaus ist Chrischta Ganz Dozentin für Pflanzenheilkunde, allgemeine Naturheilkunde und Traditionelle Europäische Naturheilkunde (TEN) und Fachbuchautorin.

 

 

Beiträge ergänzend zu diesem – Man braucht ein offenes Herz für Patienten – zu den fünf weiteren anerkannten Behandlungsmethoden findest du ebenfalls im Bereich Heilmethoden.

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So hilft dir Homöopathie

August 21st, 2021 by

So hilft dir Homöopathie: Die beste Behandlung für den Patienten ist die Zukunftsvision von Dr. Martine Jus, der Gründerin und CEO des SHI Haus der Homöopathie.

Videolänge 7 Min.

 

 

So hilft dir Homöopathie: Erfahre in dem Interview mit Dr. Martine Jus, welche die beste Behandlung für dich ist. Jeder Mensch ist einzigartig und dementsprechend braucht jeder auch im Falle einer Krankheit eine Behandlung, die seinen individuellen körperlichen und seelischen Bedingungen entspricht. Dr. Martine Jus ist überzeugt: Für dieselbe Krankheit braucht es teilweise eine völlig unterschiedliche Behandlung, je nach den persönlichen Voraussetzungen eines Menschen. Sie hat vor über 30 Jahren das SHI Haus der Homöopathie in der Schweiz gegründet und seitdem mehrere Generationen von Patientinnen und Patienten betreut. Viele davon kommen nach eigenen gute Erfahrungen dann sogar gleich mit ihren Kindern von Beginn an in Behandlung.

Die Homöopathie ist eine ganzheitliche Behandlungsmethode, die den Zustand von Körper, Geist und Seele berücksichtigt. Das Wort „Homöopathie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „ähnliches Leiden“.

Samuel Hahnemann begründete die Homöopathie im 19. Jahrhundert in Leipzig mit seinem Ähnlichkeitsprinzip: „Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden.“ Dementsprechend werden homöopathische Arzneimittel so ausgewählt, dass sie an Gesunden ähnliche Krankheitserscheinungen hervorrufen könnten wie die, an denen eine erkrankte Person leidet.

Homöopathie berücksichtigt zusätzlich zum körperlichen Zustand auch die gegenwärtige und vergangene Geschichte des Patienten und seiner Familie. Zudem werden Charakter und Wesen des Patienten, seine Vorlieben und Abneigungen sowie die Umstände, unter denen sich sein Leiden verbessert bzw. verschlimmert, einbezogen.

Du findest bei Coretify im Bereich Heilmethoden einfach verständliche Informationen, wie dir Homöopathie bei über 40 Allergien und chronischen Krankheiten helfen kann. Beiträge zu fünf weiteren bewährten Behandlungsmethoden findest du ebenfalls im Bereich Heilmethoden. Tipps für deinen gesunden Alltag erhältst du in deinem Gesundheitsplan.

Martine Jus hat eine über dreissigjährige Erfahrung in Homöopathie. Sie leitet das SHI Haus der Homöopathie, ein international anerkanntes Kompetenzzentrum für klassische Homöopathie in Zug/Schweiz, das sie gemeinsam mit ihrem Mann Dr. Mohinder Singh Jus gegründet und aufgebaut hat. Nach dem unerwarteten Tod von Dr. Jus in 2019 führt sie zusammen mit ihrem engagierten Team das gemeinsame Lebenswerk weiter. Neben ihrer Praxistätigkeit in der SHI Homöopathischen Praxis ist sie Dozentin und Referentin an internationalen und nationalen Kongressen und Autorin vieler Publikationen. Dr. Martine Jus ist Dipl. Homöopathin SHI/hfnh.

 

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So hilft dir Ayurveda

Juli 31st, 2021 by

Ayurveda-Therapeutin Rebekka Heckendorn sagt im Gespräch mit Coretify: Alles, was hilft, hat Berechtigung

Videodauer 6 Min.

 

So hilft dir Ayurveda. Die Überzeugung von Ayurveda-Therapeutin Rebekka Heckendorn lautet: “Alles, was hilft, hat Berechtigung”. Sie meint damit die Zusammenarbeit von Ayurveda mit anderen Heilmethoden. Erfahre in dem Interview, was Rebekka Heckendorn besonders an Ayurveda fasziniert und welches Potenzial in der Zusammenarbeit aller Medizinsysteme für deine Gesundheit steckt. Ayurveda heisst “Wissen vom Leben” und ist das älteste bestehende Medizinsystem der Welt. Es wird seit mehr als 3000 Jahren praktiziert und wird heute in Indien und Sri Lanka parallel zur klassischen Schulmedizin von Tausenden von Ärzten angewendet. Es verbreitet sich auch zunehmend in der westlichen Welt. Ayurveda gilt als moderne Ganzheitsmedizin, die für jeden Menschen durch sorgfältige Anamnese ganz individuelle Wege für die Gesunderhaltung und Heilung ermittelt. Der Mensch wird dabei immer als Einheit aus Körper, Sinnen, Verstand und Seele gesehen.

Erfahre, was Rebekka Heckendorn an der Heilmethode Ayurveda fasziniert und wie sie mit Hilfe von ayurvedischem Wissen ihre Patienten und Patientinnen auf dem Weg in ein grundlegend gesundes Leben begleitet.

Auf der Erfahrung der Ayurveda-Medizin basiert auch der Coretify Stoffwechseltest, den du am Beginn deiner Mitgliedschaft durchlaufen hast. Auf Basis dieses Wissens erhältst du Empfehlungen für dein gesundes Leben v. a. bezüglich Ernährung und Bewegung. Erfahre in diesem Interview somit auch, was Ayurveda neben weiteren bewährten Heilmethoden beitragen kann, um deine Immunabwehr zu stärken und dir ein grundlegend gesundes Leben zu ermöglichen.

Du findest bei Coretify im Bereich Heilmethoden einfach verständliche Informationen, wie dir Ayurveda bei über 40 Allergien und chronischen Krankheiten helfen kann. Beiträge zu fünf weiteren bewährten Behandlungsmethoden findest du ebenfalls im Bereich Heilmethoden. Tipps für deinen gesunden Alltag erhältst du in deinem Gesundheitsplan.

Rebekka Heckendorn ist unsere Fachexpertin für Ayurveda. Sie praktiziert Ayurveda-Medizin und ist Fachbereichsleiterin Ayurveda-Medizin an der Heilpraktikerschule Luzern. Zudem ist sie Fachbereichsleiterin, Prüfungsexpertin und Dozentin für Ayurveda-Medizin an der Rosenberg Europäische Akademie für Ayurveda in Birstein, Deutschland, sowie Repräsentantin der Rosenberg Europäischen Akademie für Ayurveda in der Schweiz und Mentorin für Ayurveda Komplementärtherapeuten.

 

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So hilft dir Anthroposophische Medizin

Juli 10th, 2021 by

So hilft dir Anthroposophische Medizin: Die führende anthroposophische Ärztin Dr. med. Michaela Glöckler im Gespräch mit Coretify zeigt, warum Prävention in der Medizin an erster Stelle stehen sollte.

 

Videolänge 7 Min.

 

So hilft dir Antrhoposophische Medizin: Erfahre in dem Interview, warum die Gesundheitsvorsorge der Lieblingszweig der Medizin für die führende anthroposophische Ärztin Dr. med. Michael Glöckler ist und warum sie in der Medizin an erster Stelle stehen sollte.

Michaela Glöckler ist Autorin mehrerer Standardwerke, u.a. des Bestsellers „Anthroposophie Arzneimitteltherapie“ und „Kindersprechstunde“. Sie studierte Germanistik und Geschichte, anschliessend Medizin in Tübingen und Marburg. Weiterbildung zur Kinderärztin am Gemeinschaftskrankenhaus in Herdecke und an der Universitätskinderklinik in Bochum. Bis 1988 Mitarbeit in der Kinderambulanz am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, schulärztliche Tätigkeit in der Rudolf-Steiner-Schule in Witten. 1988–2016 Leitung der Medizinischen Sektion am Goetheanum, Dornach, Schweiz. Darüber hinaus engagiert sie sich weltweit durch Vorträge, Publikationen und die Ausbildung junger Ärzte für die Verbreitung der anthroposophischen Medizin.

Die Grundlage der anthroposophischen Medizin ist das schulmedizinische Wissen. Jedoch fügt die anthroposophische Medizin noch die Erkenntnisse aus der anthroposophischen Menschenkunde hinzu, die eine ganzheitliche Sicht ermöglichen: Es geht nicht nur um den Körper, sondern auch um die Seele und den Geist. Ausschlaggebend für die anthroposophischen Medizin ist das Fünf-Ebenen-Modell des anthroposophischen Menschenbildes: Die Symptome werden schulmedizinisch, also auf der körperlichen Ebene sorgfältig abgeklärt. Zudem werden durch Befragung und Beobachtung die vier weiteren Dimensionen einbezogen: die ätherisch-prozessuale, die astrale, die biografische und die Ebene der spirituellen Orientierung. Daraufhin beginnt eine auf den individuellen Menschen abgestimmte, ganzheitliche Behandlung mit anthroposophischen Mitteln. Somit kann die anthroposophische Medizin ähnlich wie andere komplementärmedizinische Richtungen dem Wissen der Schulmedizin noch wesentliche Faktoren hinzufügen, die die Chancen für eine erfolgreiche Prävention und eine grundlegende Heilung erhöhen.

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Hilft Vitamin D gegen Covid-19?

Juni 21st, 2021 by

Lesedauer: 5 Minuten

Das Sonnenvitamin D wird eigentlich eher mit gesunden Knochen in Verbindung gebracht. Unter Umständen beeinflusst eine ausreichende Versorgung damit aber auch den Verlauf von Covid-19-Erkrankungen.

Es ist eines der Vitamine, die eigentlich Selbstläufer sein sollten: Das Vitamin D, das physiologisch ein Hormon ist, entsteht, wenn Sonnenlicht auf die Haut trifft – oder genauer der UVB-Anteil des Sonnenlichts. Im Sommer reichen bei heller Hautfarbe in unseren Breiten zur Mittagszeit weniger als zehn Minuten Sonnenschein auf Gesicht, Hände und Arme, um den Tagesbedarf zu decken. Zu weniger hautkrebsgefährdenden Zeiten am Morgen oder Nachmittag dauert es etwas länger, ist aber immer noch mit höchstens einer guten halben Stunde getan. Warum also gab es Vitamin-D-Mangelerscheinungen schon bei den Neandertalern?

Die einfache Antwort ist: wegen des Wetters. Die Neandertaler lebten während der Eiszeit, die Sonne schien wenig und die Menschen dürften ihre Haut gut bedeckt gehalten haben. Denn die halbe Stunde an einem Sommermorgen wird im zeitigen Frühjahr schnell zu über einer Stunde, die man mit blossen Armen in der Sonne verbringen sollte – so sie denn scheint. 

Dies wird als ein möglicher Faktor herangezogen, der an der offenbar gesunkenen Todesfallrate bei Sars-CoV-2-Infektionen beteiligt sein könnte. In den Wintermonaten liegen die Vitamin-D-Spiegel in der Bevölkerung tiefer als im Sommer und im Herbst; so fanden Forscher aus den USA bei ihren Versuchspersonen die höchsten Vitamin-D-Werte im September und die tiefsten im März. Tatsächlich leidet etwa die Hälfte der Schweizer Bevölkerung im Winter an einem Vitamin-D-Mangel, wie Heike Bischoff-Ferrari von der Universität Zürich erklärt. 

Vitamin D stärkt das Immunsystem

Man wisse, dass Vitamin D eine immunmodulierende Wirkung habe und Entzündungen senken könne, erklärt die Klinikdirektorin Geriatrie des Universitätsspitals Zürich, des Stadtspitals Waid und des Triemli weiter. Dies könne auch für die Entzündungsreaktion relevant sein, die von Sars-CoV-2 ausgelöst werde, und damit den Schweregrad der Infektion beeinflussen. 

Ohne ausreichend Sonnenlicht kommt die körpereigene Vitamin-D-Produktion ins Stocken.

Tatsächlich haben verschiedene Studien nun auch bereits einen Zusammenhang zwischen der Schwere einer Covid-19-Erkrankung und dem Vitamin-D-Spiegel der Betroffenen gefunden. Viele deuten darauf hin, dass ein zu niedriger Spiegel mit einem schwereren Verlauf der Krankheit korreliert. So fand eine in der Fachzeitschrift „Journal of Medical Virology“ online publizierte Metastudie, die entsprechende Untersuchungen an fast 1400 Patienten auswertete, dass diejenigen Personen mit schlechter Prognose signifikant niedrigere Vitamin-D-Spiegel hatten als jene mit guter Prognose. Die Wissenschafter gingen so weit, den Vitamin-D-Spiegel als Faktor zur Prognose für den Verlauf der Erkrankung vorzuschlagen.

Ein kausaler Zusammenhang lässt sich hieraus aber noch nicht ableiten, zumal auch nicht alle Studien in dieselbe Richtung deuten. Der Vitamin-D-Spiegel in jenen Studien, die eine Korrelation zeigen, könne ein Zeichen oder eine Folge eines anderen Problems darstellen, das das eigentliche sei, das den Verlauf beeinflusse, sagt Manuel Battegay vom Universitätsspital Basel. So geht beispielsweise Übergewicht – ein bekannter Risikofaktor für einen schweren Covid-19-Verlauf – oft mit einem Vitamin-D-Mangel einher. Auch betagte Personen weisen häufiger zu niedrige Werte auf. 

Pilotstudie zur Prävention gegen Covid-19

Doch nun deutet eine Pilotstudie von Forschenden der Universität Córdoba in Spanien auf einen direkteren Zusammenhang des Vitamin-D-Spiegels mit Covid-19. Aus einer Gruppe von 76 ins Spital eingewiesenen Covid-19-Patienten erhielten 50 zufällig ausgewählte Personen zusätzlich zur Standardtherapie in der ersten Woche zwei und dann wöchentlich eine Dosis des Vitamin-D-Stoffwechselprodukts Calcifediol, das im Körper zum aktiven Vitamin umgebaut wird. Weder die Patienten noch die behandelnden Ärzte wussten dabei, wer zu welcher Gruppe gehörte.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass von den mit Calcifediol behandelten Personen eine auf die Intensivstation musste; sie wurde später wieder entlassen. In der anderen Gruppe waren es dreizehn Patienten, von denen zwei verstarben. Die Forscher schliessen aus diesem (statistisch signifikanten) Ergebnis, dass Calcifediol möglicherweise die Schwere einer Covid-19-Erkrankung reduziert. 

Dies müsse allerdings noch in grösseren Studien untersucht werden, in denen die Patienten auch noch nach weiteren Merkmalen sortiert werden sollten, schreiben Marta Entrenas Castillo und ihre Kollegen in der Fachzeitschrift «Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology». Mindestens eine grosse Studie soll demnächst starten: Eine ähnlich wie Castillos aufgebaute Untersuchung, an der 2700 Personen teilnehmen sollten, werde zurzeit von JoAnn Manson an der Harvard Medical School lanciert, berichtet Bischoff-Ferrari.

Man hat bereits von verschiedenen Atemwegsinfektionen und besonders auch der Tuberkulose Hinweise darauf, dass ein Vitamin-D-Mangel einen Risikofaktor darstellen könnte – einerseits für die Infektanfälligkeit an sich, andererseits auch für den Verlauf der Erkrankung. Man erklärt sich dies über den Einfluss des Vitamins auf das Immunsystem: Der Vitamin-D-Rezeptor sei auf vielen Zellen des Immunsystems verankert, erklärt Bischoff-Ferrari. 

Das Vitamin fördere unter anderem die Produktion antiviraler Stoffe im Körper und hemme die Freisetzung von entzündungsfördernden Stoffen, sogenannten Zytokinen, durch Fresszellen des Immunsystems. Eine übermässige Freisetzung dieser Stoffe, ein sogenannter Zytokinsturm, wird mit einem schwereren Covid-19-Verlauf in Verbindung gebracht. 

Traditionell ist Vitamin D als knochenstärkend bekannt

Bekannt ist Vitamin D allerdings eher für seine Wirkung auf Knochen und Muskeln. Bei Kindern war eine früher häufiger beobachtete Mangelerscheinung die Rachitis, bei der die Knochen schlecht mineralisieren, «weich» werden und sich im Wachstum verbiegen. Bei betagten Personen erhöht ein Vitamin-D-Mangel das Risiko für Stürze und Knochenbrüche. Zu hohe Dosen Vitamin D zu schlucken, kann sich allerdings ebenfalls negativ auswirken. Die Empfehlung sei für Erwachsene, 800 Internationale Einheiten (das entspricht 20 µg) am Tag einzunehmen, erklärt Bischoff-Ferrari. Diese Menge sei sicher und schade auch jenen Personen nicht, die keinen Vitamin-D-Mangel hätten. Und möglicherweise senke sie das Risiko, an einer schweren Covid-19 zu erkranken. Bei Kindern und Jugendlichen empfehle das Bundesamt für Gesundheit 600 Internationale Einheiten am Tag. Das sei gefahrlos und behebe einen allfälligen Mangel, sagt die Expertin.

Einen zu niedrigen Spiegel zu vermeiden, gilt aber auch für alle anderen Vitamine und Mineralstoffe: Eine gesunde Ernährung und Lebensweise sei grundsätzlich eine gute Vorsorge, auch was eine allfällige Erkrankung an Covid-19 angehe, betont Battegay. Ebenso wichtig sei, auf eine gute Versorgung und Einstellung allfälliger Grunderkrankungen zu achten. Dies sei in der Schweiz normalerweise gegeben. Mögliche Mängel hierbei könnten aber eventuell in anderen Ländern beobachtete, höhere Hospitalisierungsraten erklären, sagt der Experte.

Erstmals erschienen in der NZZ am 25. Oktober 2020

Weitere Ernährungstipps zu Vitamin D findest du in deinem Gesundheitsplan.

Ein gutes Verhältnis zum Arzt wirkt schmerzlindernd

Juni 21st, 2021 by

Lesedauer: 4 Minuten

Eine starke Placebowirkung ist bei Schmerzen bekannt. Dies zeigt sich nun auch bei der Akupunkturbehandlung. Sie ist effektiver, wenn sich der Arzt Zeit nimmt für die Patienten.

Wie effektiv schmerzlindernde Therapien wirken, hängt unter anderem von psychischen Faktoren ab. Von grosser Bedeutung ist dabei die Erwartungshaltung. So schlägt die Behandlung gemeinhin umso besser an, je mehr der Patient an deren Erfolg glaubt. Aber auch eine gute Beziehung zum Arzt scheint hierfür wesentlich zu sein. Was schon früher beobachtet wurde, zeigen nun auch die Erkenntnisse eines internationalen Forscherteams um Dan-Mikael Ellingsen von der Universität Oslo.

Wie gut die Akupunktur bei Schmerzen wirkt, hängt auch von der Beziehung zum Arzt ab.

Gestützt auf moderne Verfahren, darunter Hirnscans mit der funktionellen Magnetresonanztomografie und eine Software zur Erfassung von Veränderungen der Mimik, hatten die Wissenschafter untersucht, wie sich ein gutes Verhältnis zum Arzt auf das Ergebnis einer Schmerztherapie mittels Akupunktur auswirkt. 

Gewinnen konnten sie für ihr Projekt insgesamt 22 Ärzte mit Erfahrung in Akupunktur und 23 Frauen mit Fibromyalgie, einem chronischen Schmerzleiden. Alle Patientinnen hatten sich bereit erklärt, an zwei unterschiedlichen Tagen jeweils mehrmals hintereinander ein mässig schmerzhaftes Ereignis über sich ergehen zu lassen. Dieses bestand im Aufblähen einer um die Wade gelegten Manschette, einer ähnlich unangenehmen Prozedur wie die Kompression des Oberarms zur Messung des Blutdrucks. Aufgabe der Ärzte war es, die durch die Wadenkompression verursachte Missempfindung mithilfe der Akupunktur zu lindern. Die hierzu dienenden Nadeln waren an schmerztherapeutisch relevanten Punkten angebracht und liessen sich elektronisch steuern. Die beiden Versuchsreihen unterschieden sich dabei nur in einem Aspekt: An einem der beiden Tage lernten die Patientinnen den behandelnden Arzt in einem Vorgespräch kennen und am anderen Tag nicht.

Die Ärztin-Patient-Beziehung ist entscheidend für den Behandlungserfolg

Wie sich zeigte, übte ein gutes Verhältnis zum Arzt einen erheblichen Einfluss auf die Wirksamkeit der Therapie aus. So linderte die Akupunktur die Schmerzen viel mehr, wenn sich die Patientin mit dem behandelnden Arzt vorher eingehend unterhalten hatte, als wenn dies unterblieb. Je mehr Vertrauen die Probandin ausserdem zu dem Mediziner gefasst hatte, desto ausgeprägter war der schmerzstillende Effekt der Behandlung. 

Die Qualität der Beziehung zwischen Arzt und Patientin ermittelten die Studienautoren anhand von Fragebögen und prüften zudem, ob sie sich über die Gesichtsbewegungsanalyse und die Hirnscans objektivieren liess. Das war tatsächlich der Fall. Als ein wichtiger Gradmesser eines guten zwischenmenschlichen Verhältnisses erwies sich dabei einerseits der Gleichtakt der Gesichtsbewegungen. So war das Einvernehmen von Arzt und Patientin umso besser – und der schmerzstillende Effekt der Behandlung mithin umso grösser –, je mehr sich die beiden bezüglich ihrer Mimik und der darin zum Ausdruck kommenden Gefühle, etwa Ängstlichkeit und Freude, entsprachen. Das Gleiche galt für die Aktivität jener Hirnareale, die an der Steuerung von sozialen Fähigkeiten wie Einfühlungsvermögen und Empathie beteiligt sind.

Die Ergebnisse der neuen Studie könnten eine Erklärung dafür sein, dass die Akupunktur in manchen wissenschaftlichen Untersuchungen gut und in anderen schlecht abschneidet und in wieder anderen selbst dann erstaunliche Erfolge verbucht, wenn die Nadeln in «falsche», also nicht dem Standard entsprechende Körperstellen eingeführt wurden. Darüber hinaus sind die Erkenntnisse des internationalen Forscherteams ein Fanal für die Bedeutung der sprechenden Medizin. So gibt es unzählige Hinweise, dass der zwischenmenschliche Kontakt ein wichtiges, wenn nicht das wichtigste Standbein einer erfolgreichen Therapie ist. Selbst das beste Medikament kann nur wenig bewirken, wenn es dem Arzt nicht gelingt, ein gutes Vertrauensverhältnis zu dem Patienten aufzubauen und diesen von der Notwendigkeit einer konsequenten Tabletteneinnahme zu überzeugen. Anders als vielfach befürchtet, dürfte der gute Arzt daher auf absehbare Zeit kein Auslaufmodell sein.

Erstmals erschienen in der NZZ am 21.10.2020.

Weitere Tipps für ein gutes Verhältnis zum Arzt findest du in unserer Blog-Rubrik Arztbesuch.

So wird dein Stoffwechseltyp ermittelt

Juni 21st, 2021 by

Videolänge 5 Min.

 

So wird dein Stoffwechseltyp ermittelt: In diesem Video erfährst du von unserer Ayurveda-Expertin Rebekka Heckendorn, wie dein Stoffwechseltyp ermittelt wird. Nach deiner Registrierung hast du den Stoffwechseltest gemacht und erfahren, welchem Stoffwechseltypen du angehörst. Nun erhältst du regelmässig in deinem Gesundheitsplan gesunde Rezepte und Yogaübungen, die individuell auf deinen Stoffwechseltypen abgestimmt sind. Der Stoffwechseltest ist also ein ganz wichtiges Element in Coretify. Höre dir an, welches medizinisches Konzept dahintersteckt und wie du mithilfe deines Stoffwechseltyps deine Gesundheit auf ganz einfache Art dauerhaft stärken kannst. Der Stoffwechseltyp kommt aus dem Ayurveda, das in unserer westlichen Welt heute als moderne Ganzheitsmedizin gilt, die sich um die individuelle Präventation für jeden Einzelnen von uns kümmert.

Tipp: Du kannst den vertieften Stoffwechseltest im Rahmen deines Premium-Abonnements absolvieren. Dort wird deine Grundkonstitution noch präziser ermittelt und du bekommst auch noch genauere Empfehlungen, wie du deine volle Power nutzt. Das hilft dir langfristig sehr: Denn, je mehr du in deine Balance kommst, desto besser geht es dir und umso einfacher gelingt es dir, dein Immunsystem zu stärken und lebenslang gesund zu bleiben.

Die drei Stoffwechsel-Grundtypen blau, rot und grün arbeiten auf allen physiologischen Ebenen immer zusammen – in der Welt der Zelle ebenso wie in den Organen und Organsystemen. Doch bei jedem Menschen sind diese Bioprogramme spezifisch verteilt und dadurch entstehen unterschiedliche Stoffwechsetypen mit ihren ganz  individuellen Merkmalen – ihrer charakteristischen Persönlichkeit, ihren Neigungen und Abneigungen, ihren Talenten, ihrem Körperbau, ihrer Krankheitsdisposition etc. Bewegen wir uns in dem spezifischen, individuellen Fliessgleichgewicht unseres Typs, so erfreuen wir uns bester Gesundheit. Geraten wir aus der Balance, werden wir krank. Auf einen vereinfachten Nenner gebracht, geht es in der ayurvedischen Medizin also darum, die Ausgewogenheit des blauen, roten und grünen Typs zu erhalten oder wiederherzustellen.

Tipps für deinen gesunden Alltag erhältst du in deinem Gesundheitsplan

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