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Selbstheilungskräfte – Wie du ganz einfach Verantwortung für deine Gesundheit übernimmst!

Mai 2nd, 2022 by

Lesedauer: 5 Minuten

Wie entsteht eigentlich Gesundheit? Wir erklären dir was man unter dem Begriff „Salutogenese“ versteht und was dieser mit den Selbstheilungskräften zu tun hat.

Wie entsteht Gesundheit?

In den vergangenen Jahren hat sich die allgemeine Sicht auf die Medizin verändert. Während man sich vor Jahrzehnten noch darauf konzentrierte, Krankheiten zu heilen, steht heute mehr die Gesundheit im Vordergrund. Es hat also einen Wandel von der traditionellen Betrachtungsweise der Pathogenese (Wissenschaft von der Entstehung von Krankheit) weg und hin zur Salutogenese (Wissenschaft von der Entstehung und Erhaltung von Gesundheit) gegeben. 

Der Begriff der Salutogenese geht auf den israelisch-amerikanischen Medizinsoziologen Aaron Antonovsky (1923-1994) zurück. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit sah er sich plötzlich mit der Frage konfrontiert: „Wie entsteht eigentlich Gesundheit?“ Er brachte nicht nur diese Frage in die wissenschaftliche Diskussion ein, sondern entwickelte mit der „Salutogenese“ ein Konzept zur Förderung von Gesundheit. 

Pathogenese und Salutogenese sind gewissermassen zwei Seiten einer Medaille: Die Pathogenese beschäftigt sich damit, welche Ursachen Krankheiten haben und wie diese vermieden oder bekämpft werden können. Zur Pathogenese gehört daher auch ganz klar die Prävention, d. h. die Vorbeugung bzw. Vermeidung von Krankheit. Die Salutogenese hingegen stellt begehrenswerte Ziele in Aussicht, mit deren Hilfe wir gesund bleiben oder werden können. Bei der Salutogenese geht es also vorwiegend darum, wie Gesundheit gefördert werden kann. 

Wenn sich die beiden Betrachtungsweisen letztlich auch ergänzen, ist die Pathogenese doch eher negativ ausgerichtet, indem sie Fehler, also Risiken aufzuspüren versucht, während die Salutogenese positiver denkt, nämlich: „Was kann ich besser, richtiger machen, um gesund zu sein?“ Die Salutogenese richtet sich daher mehr auf das Vorhandensein von Lebensqualität. 

Wie aber lebst du gesund? Zunächst musst du dir darüber bewusst werden, dass es im Leben keine absolute Gesundheit und auch keine absolute Krankheit gibt. Das heisst, dass auch ein noch so gesunder Mensch kranke Anteile in sich hat, und umgekehrt, dass ein kranker Mensch auch immer gesunde Anteile hat. Eines gibt es nicht ohne das andere. Gerade deshalb kann jeder etwas dafür tun, um seine gesunden Anteile zu fördern. Ein Leitsatz nach Dr. Thomas Walser lautet daher folgendermassen: „Lebe massvoll, lustvoll, natürlich und mit viel Bewegung!“ In dieser Hinsicht kannst du also Verantwortung für deine Gesundheit übernehmen. Untersuchungen haben sieben Faktoren gefunden, die im Rahmen der Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit eine bedeutende Rolle spielen:

  • nicht rauchen, am besten niemals rauchen 
  • gesundes Gewicht 
  • geringen Alkoholgenuss 
  • regelmässige Bewegung
  • ausgewogene Ernährung  
  • langlebige und qualitätsvolle Liebesbeziehung 
  • guter Umgang mit Stress und Konflikten 
  • gute Ausbildung und ein Leben lang neugierig bleiben.

Die ersten fünf Punkte sind den meisten Menschen heute bekannt und vielleicht lebst du auch schon danach. Da du dich auf Coretify bewegst, interessierst du dich vermutlich zumindest dafür und bist wahrscheinlich bereit, dein Leben in dieser Hinsicht zu verändern. Was aber ist mit den letzten drei Punkten? Bist du da nicht eher von anderen oder auch von den jeweiligen Lebensbedingungen abhängig? Der deutsch-amerikanische Psychotherapeut Fritz Perls (1893-1970) vertrat dazu die Meinung, dass wir unsere Wirklichkeit dann verändern können, wenn wir begreifen, dass wir die einzig Verantwortlichen sind, wenn es um die Sicht auf die Welt und auf unser eigenes Leben geht. Der österreichische Psychotherapeut und Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick (1921-2007), der sich ebenfalls mit der „Wirklichkeit“ auseinandersetzte, war derselben Meinung und veranschaulichte dies in seinen gut lesbaren und verständlich geschriebenen Büchern, die ich dir ans Herz legen möchte. 

Gesundheit kann nicht „gemacht“ werden!

Um noch einmal auf die gestellte Frage zurückzukommen: Bist du bei den letzten drei Punkten nicht eher von anderen Menschen und von deinen Lebensbedingungen abhängig? Nein, denn du bist es, die oder der die Welt auf eine ganz bestimmte Weise betrachtet und wahrnimmt. Du bist keine Marionette, die an Fäden geführt wird, sondern du kannst dein Leben selber in die Hand nehmen. Du kannst dich dafür entscheiden, nicht zu rauchen, wenig Alkohol zu trinken, gesund zu essen und dich regelmässig zu bewegen, um so dein Gewicht zu halten. Ebenso trägst du zum Gelingen deiner Liebesbeziehung bei. Coretify bietet dir ein intensives Training, um den richtigen Umgang mit Stress und Konflikten zu lernen. Und – wenn du das willst – wirst du gute Unterstützung erfahren, wenn es darum geht eine gute Ausbildung oder Weiterbildungen zu erhalten, zumindest in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Du kannst also selber Verantwortung dafür übernehmen, so gesund wie möglich zu bleiben oder zu werden. 

Nun fragst du dich vielleicht, was das bisher Gesagte mit Selbstheilung oder Selbstheilungskräften zu tun hat? Schliesslich gibt es chronische und auch unheilbare Krankheiten. Das ist richtig und doch hat die Medizin mit der zunehmenden Abwendung von der Pathogenese, also der „Fehlersuche“, und Hinwendung zur Salutogenese einen grundlegenden Wandel vollzogen. Sie gesteht der Patientin damit mehr Eigenverantwortung zu. Die meisten Ärzte sind sich heute wohl darüber einig, dass nicht sie es sind, die heilen. Sie kennen die medizinischen Zusammenhänge und stellen die Heilmittel und Therapien bereit. Heilung kann aber letztlich nur erfolgen oder zumindest die Erhaltung eines gewissen Masses an Gesundheit, wenn du es zulässt. Gesundheit kann nach Dr. Thomas Walser nicht „gemacht“ werden, sondern sie „gelingt“. Das setzt voraus, dass du darauf vertraust, gesund oder wenigstens gesünder werden zu können. Und auch dein Arzt oder deine Therapeutin sollte dir vertrauen und umgekehrt. Diesem Vertrauen liegt ein grundlegender Gesichtspunkt der Salutogenese zugrunde: das Kohärenzgefühl, das Gefühl der Stimmigkeit und Zuversicht. Und auch hierbei spielt wieder deine Grundhaltung gegenüber deinem Leben und der Welt eine Rolle. Wenn du alles immer nur als schlecht und negativ einstufst und als gegen dich gerichtet, wird es dir schwerfallen zuversichtlich zu sein. Damit wird zugleich der Genesungsprozess hinausgezögert. Bist du positiv gestimmt, betrachtest du die Welt und das Leben mit offenen Augen, vertraust auf dich, deinen Körper und deine Ärztin oder deinen Therapeuten, wird die Genesung oder auch die Erhaltung deiner Gesundheit leichter gelingen. Dann können deine Selbstheilungskräfte mit zum Prozess beitragen. 

Selbstheilungskraefte–Wie-du-ganz-einfach-Verantwortung-fuer-deine-Gesundheit-uebernimmst

Drei Dinge können deine positive Grundeinstellung fördern – unabhängig davon, ob du krank oder gesund bist: 

1. Du solltest das Gefühl haben, dass du verstehst, was vor sich geht.  

2. Du solltest davon überzeugt sein, dass du die Situation handhaben und bewältigen kannst, dass dir also genügend Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um den Anforderungen zu begegnen.  

3. Du solltest das Gefühl haben, dass alles einen Sinn, eine Bedeutung hat, dass es sich lohnt, in diese Herausforderung Energie zu investieren, weil du letztlich irgendeinen Gewinn für dich daraus ableiten kannst. 

Wenn es dir gelingt, an diesen drei Zielen zu arbeiten, du also ein starkes Gefühl von Stimmigkeit und Zuversicht entwickeln kannst, wirst du leichter auf alle Anforderungen des Lebens reagieren können, weil dir dann unterschiedliche Verarbeitungsmuster zur Verfügung stehen. Selbstheilung bzw. Selbstheilungskräfte haben daher sehr viel mit Eigenverantwortung zu tun. Nimm die Herausforderung an und übernimm in diesem Sinne die Verantwortung für deine Gesundheit! Coretify hilft dir dabei. 

Herzlichen Dank an Dr. Thomas Walser (www.dr-walser.ch) für seine Basis für diesen Beitrag. Ergänzend wurde der Wikipedia-Artikel über Salutogenese herangezogen. 

Persönliche Tipps für dein gesundes Leben findest du in deinem Gesundheitsplan. Folge uns für aktuelle Tipps zu Gesundem Leben und Heilmethoden auch auf Facebook und Linkedin. 

Wie wir unsere Gene steuern

Januar 3rd, 2022 by

Lesedauer: 3 Minuten

Gene beein­flus­sen unsere Ver­an­la­gung für Krank­hei­ten, aber auch unser Lebens­stil spielt eine Rolle. Finde heraus, wie du wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nisse für dich nutzen kannst.

Epi­ge­ne­tik, Gene und Umwelt

Wis­sen­schaft, Bio­lo­gie, Gene­tik. Klingt alles lang­wei­lig? Dann pass mal auf. Denn das Feld der Epi­ge­ne­tik geht uns alle etwas an. Es ist schon lange bekannt, dass unsere Gene in vielen Hin­sich­ten die Fäden ziehen: Sei es bei chro­ni­schen Krank­hei­ten oder der Ver­an­la­gung zu psy­chi­schen Pro­ble­men. Aber inwie­fern haben wir selbst die Finger im Spiel, wenn es um unsere Gene geht? 

Juckt es unsere Gene, wie wir essen, wie viel wir arbei­ten oder wo wir leben? Können wir unsere Gene beein­flus­sen und wenn ja, wie geht das? Wir haben her­aus­ge­fun­den, dass die Wis­sen­schaft der Gene viel span­nen­der ist, als uns der Bioun­ter­richt je weis­ma­chen konnte. In diesem Arti­kel nehmen wir dich mit in die win­zigste Bau­stein­kiste der Welt.

Was sind Gene?

Fangen wir bei den Basics an, den Genen. Der mensch­li­che Körper besitzt 30 bis 40 Tau­send Gene. All diese Gene sind in jeder Zelle ent­hal­ten, aber trotz­dem unter­schei­den sich unsere Zellen von ihrer Funk­tion her, da immer nur bestimmte Gene aktiv sind. Gene bilden den Abschnitt der DNA, der die Erb­in­for­ma­tion ent­hält – und sind damit essen­zi­ell für die Zell­tei­lung. Sie fun­gie­ren als eine Art Code, der von der Zelle ent­schlüs­selt werden muss. Mit den ent­schlüs­sel­ten Infor­ma­tio­nen erhält die Zelle eine Art Bau­plan zur Bil­dung von Pro­te­inen. Je nachdem, welche Gene aktiv sind, wird aus einer Zelle eine Leber-, eine Haar- oder eine Haut­zelle. Und da krat­zen wir auch schon an unse­rem Kern­thema: der Epi­ge­ne­tik.

Epi­ge­ne­tik: Eine Defi­ni­tion

Die Vor­silbe ​„Epi“ bedeu­tet so etwas wie ​„über“. Also über oder zusätz­lich zur Gene­tik. Und diese zusätz­li­che Ebene ist viel fle­xi­bler als unsere ​„Kern­gene“. Wie eben erklärt, besitzt unser Körper über 250 ver­schie­dene Zell­ty­pen, aber alle haben die glei­che DNA-Sequenz. Den Unter­schied macht näm­lich die Epi­ge­ne­tik: Durch Modi­fi­ka­tio­nen werden bestimmte Regio­nen der DNA mar­kiert und so akti­viert, deak­ti­viert oder ​„gedimmt“. Dadurch werden Funk­tion und Eigen­schaf­ten der Zelle erzeugt. Wie genau funk­tio­niert das? Unter­schei­den wir zunächst zwi­schen zwei bekann­ten Funk­ti­ons­wei­sen der Epi­ge­ne­tik:

Methy­lie­rung

Bei der DNS-Methy­lie­rung docken Methyl­grup­pen (also Koh­len­was­ser­stoff-Mole­küle) an den DNS-Strang an. DNS bedeu­tet übri­gens Des­oxy­ri­bo­nu­kle­in­säure und ist die deut­sche Abkür­zung für DNA und damit Träger unse­rer Erb­in­for­ma­tion. Die Methyl­grup­pen ver­hin­dern dadurch, dass die nach­fol­gen­den Gen­se­quen­zen von der Zelle gele­sen werden. Diese können somit nicht in Pro­te­ine umge­wan­delt werden – das Gen wird durch die Mar­kie­rung aus­ge­schal­tet.

Histon-Ace­ty­lie­rung

Wir müssen uns vor­stel­len, dass so ein DNS-Strang zwei Meter lang ist. Ganz dicht gepackt ist er im Zell­kern ein­ge­rollt, wobei er sich um Hun­dert­tau­sende von klei­nen Perlen windet, soge­nannte His­ton­kom­plexe. Um ein Gen so gut ein­ge­wi­ckelt zu akti­vie­ren, muss es also erst ein mal ent­packt werden. Dabei helfen Ace­tyl­grup­pen, denn sie lockern den Strang und machen ihn so lesbar. So können also auch Ace­tyl­grup­pen beein­flus­sen, welche Gene wie gut gele­sen und umge­wan­delt werden können.

Das sind nur zwei Pro­zesse kurz erklärt, in Wirk­lich­keit ist das Thema natür­lich viel umfang­rei­cher. Fest­hal­ten können wir, dass Mar­kie­run­gen im Laufe unse­res Lebens stän­dig akti­viert und deak­ti­viert werden können. Dieser Pro­zess ist aber noch nicht die Epi­ge­ne­tik, son­dern die Gen­re­gu­la­tion. Zur Epi­ge­ne­tik wird es, sobald die Ables­bar­keit von Genen lang­fris­tig ver­än­dert wird. Dabei spie­len Umwelt­ein­flüsse, dar­un­ter auch psy­chi­sche Erleb­nisse, eine wich­tige Rolle.

Epi­ge­ne­tik bezieht sich aber nicht nur auf das Wech­sel­spiel von Umwelt und Genen. Es han­delt sich um ein rie­si­ges For­schungs­feld, das zum Bei­spiel auch unter­sucht, ob epi­ge­ne­ti­sche Modi­fi­ka­tio­nen über Gene­ra­tio­nen ver­erbt werden können und inwie­fern diese Pro­zesse eine Rolle in der Evo­lu­tion spie­len.

Wech­sel­spiel zwi­schen Genen und Umwelt

Fragst du dich mitt­ler­weile, warum uns das als Nichtwis­sen­schaft­ler eigent­lich alles inter­es­sie­ren sollte? Ganz ein­fach: Ver­ste­hen wir, wie unser Körper funk­tio­niert und wie wir ihn stän­dig durch unser Denken und Han­deln beein­flus­sen, können wir besser in Ein­klang mit uns leben. ​„Wenn man das begreift, was im Körper abläuft, […] braucht man keine klaren Vor­schrif­ten mehr“, sagt Peter Spork, Autor des Buches ​„Gesund­heit ist kein Zufall“. Rat­ge­ber, Diäten und Co. sind am Boomen, dabei soll­ten wir uns eigent­lich mit unse­rem eige­nen Körper und Geist aus­ein­an­dersetzen, anstatt blind den Metho­den ande­rer hin­ter­herzurennen. 

Es geht darum, Pro­zesse zu ver­ste­hen und für uns zu nutzen. So können wir uns eine Menge Leid abneh­men und neben der Stei­ge­rung der Lebens­qua­li­tät auch das Risiko für ernst­hafte Krank­hei­ten ver­rin­gern.

Hier ein Bei­spiel: Bist du sehr gebor­gen und umsorgt auf­ge­wach­sen, wurden deine Zellen im Stress­re­gu­la­ti­ons­sys­tem so geprägt, dass du resi­li­en­ter bist: Du kannst mit Stress und Rück­schlä­gen besser umge­hen. Dadurch wurden deine Gene so beein­flusst, dass das Risiko, psy­chisch zu erkran­ken, gerin­ger ist. Dass die Kind­heit eine ent­schei­dende Rolle in der Ent­wick­lung von psy­chi­schen Erkran­kun­gen spielt, ist schon lange bekannt. Inter­es­sant ist, dass sich diese Prä­gung im Laufe deines Lebens auch immer wieder ändern kann. So beein­flus­sen spä­tere Erleb­nisse, aber auch dein per­sön­li­ches Emp­fin­den und dein Umgang damit, deine Gen­mo­di­fi­ka­tio­nen. Und da sich unsere Zellen im Körper stän­dig erneu­ern, wird diese Modi­fi­ka­tion durch die Mitose (Zell­tei­lung) immer weiter gege­ben.

Selbst wenn du also eine sehr nega­tiv geprägte Kind­heit hat­test, sind deine Gene des­we­gen nicht ver­lo­ren. Sie können beein­flusst werden. Durch The­ra­pie, gesunde Ver­hal­tens­mus­ter wie Sport, Ernäh­rung und Ent­span­nung und lie­be­volle Bezie­hun­gen zum Bei­spiel. Und so wird auch lang­sam klar, warum Acht­sam­keit eine wich­tige Rolle in diesem Thema spielt.

Nutze unsere Übungen zu Achtsamkeit und Meditation.

Medi­ta­tion beein­flusst unsere Gene – und hält uns jung

Immer mehr Stu­dien bele­gen, dass Acht­sam­keits­me­di­ta­tion unsere psy­chi­sche und phy­si­sche Gesund­heit posi­tiv beein­flusst. Aber warum eigent­lich? Die Epi­ge­ne­tik bietet For­schern eine span­nende Fährte.

Um die Wir­kung von Medi­ta­tion zu ver­ste­hen, müssen wir zunächst begrei­fen, was in den Zellen genau pas­siert. Es gibt Enzyme (Telo­me­rase), die für die Wie­der­her­stel­lung der End­stü­cke von Chro­mo­so­men (soge­nannte Telo­mere) zustän­dig sind. Dieser Pro­zess ist unglaub­lich wich­tig, damit wäh­rend der Zell­tei­lung alle Infor­ma­tio­nen kor­rekt über­mit­telt werden und keine feh­ler­haf­ten Pro­te­ine abge­le­sen werden. Werden die Telo­mere nicht mehr rich­tig erneu­ert, stirbt die Zelle irgend­wann ab. So lässt sich u.a. auch unser Alte­rungs­pro­zess erklä­ren. Mithilfe des Enzyms Telo­me­rase können die Chro­mo­so­men­den aber ver­län­gert werden und unsere Zellen länger leben. Des­we­gen sind Telo­me­rase auch als eine Art ​„Jung­brun­nen“ bekannt.

Stu­dien unter­such­ten den Zusam­men­hang von Telo­me­rase und Medi­ta­tion, indem For­scher die Länge der Telo­mere von medi­tie­ren­den und nicht medi­tie­ren­den Per­so­nen ver­gli­chen. Medi­tie­rende hatten durch­schnitt­lich län­gere Telo­mere und eine höhere Anzahl an Telo­me­rase. Acht­sam­keit beein­flusst uns also tat­säch­lich auf gene­ti­scher Ebene. Indem wir medi­tie­ren, ver­lang­sa­men wir unse­ren Alte­rungs­pro­zess und Risiko für Krank­hei­ten.

Durch deine Art, zu leben, Tag für Tag, beein­flusst du deine Gene, die Erneue­rung deiner Zellen und damit deine Gesund­heit. Lass dich durch dieses Wissen aber nicht unter Druck setzen. Ein Scho­ko­rie­gel wird deine Gene­tik nicht lang­fris­tig beein­flus­sen. Viel mehr sind es die kon­stan­ten gesun­den Gewohn­hei­ten, die unsere tiefs­ten Ebenen ver­än­dern. Mit diesem Gedan­ken im Hin­ter­kopf: Atme tief durch. Behandle dich gut. Und setze dich nicht unter Druck.

Dieser Beitrag erschien erstmals im „7Mind“-Magazin.

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Es tut Männern gut, zu weinen

Dezember 6th, 2021 by

Lesedauer 3 Min.

Es tut Männern gut, zu weinen. Wir kennen es von Roger Federer, von Ex-Präsident Barack Obama: Tränen in der Öffentlichkeit. Weinen ist für Männer eine gute Art der körperlichen Selbstfürsorge – auch wenn das die Gesellschaft anders zu sehen scheint.

Ex-Präsident Barack Obama war bekannt dafür, dass er während seiner Amtszeit bei zahlreichen Gelegenheiten weinte. Vielleicht ist das Bemerkenswerte an Männern, die man auf dem Bildschirm weinen sieht, dass es nicht grosse Ereignisse sind, sondern Erinnerungen oder Freude, die Tränen fliessen lassen. In der Regel neigen Männer dazu, ihre Emotionen zu unterdrücken, und suchen deshalb im Humor oder in der Ironisierung Zuflucht, um ihre Emotionen im Griff zu halten. Während in Asien Männer aus Schuld und Scham in der Öffentlichkeit weinen, versteinern sich die Gesichter in der westlichen Welt in solchen Fällen.  Wenn Männer weinen, gibt es also grössere kulturelle Unterschiede als bei Frauen.

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Menschen haben drei Arten von Tränen: basale, um unsere Augen vor dem Austrocknen zu bewahren, Reflex-Tränen, die eine Reaktion auf Reizstoffe sind, und emotionale Tränen. Sie haben eine andere chemische Zusammensetzung als Basal- und Reflextränen, da sie mehr Hormone enthalten. Wer weint, beabsichtigt unbewusst eine empathische Reaktion bei anderen Menschen. Die starke Emotion soll Mitgefühl wecken, was hilft, Leid besser zu bewältigen.

Tränen für die körperliche Selbstfürsorge

Eine Studie aus dem Jahr 2011 bestätigt, was die meisten ohnehin wissen: Männer weinen viel weniger als Frauen. Während bei Frauen festgestellt wurde, dass sie zwischen 30 und 64 Mal im Jahr weinen, liegt die Häufigkeit bei Männern bei nur fünf bis 17 Mal. Dafür gibt es biologische Gründe: Das bei Männern dominante Hormon Testosteron hemmt Weinen. Das bei Frauen stärker vorhandene Hormon Prolaktin begünstigt es derweil. Kulturübergreifende Studien haben diese Gesetzmässigkeit bestätigt. Forscher gehen aber davon aus, dass beim Weinen eine Kombination aus biologischen, psychologischen und soziokulturellen Faktoren entscheidend ist. Buben haben zum Beispiel ein breiteres emotionales Spektrum als kleine Mädchen. Ab dem fünften Lebensjahr stellt sich aber eine Verschiebung in ihrem emotionalen Ausdruck ein. Weinen wird zunehmend mit Schwäche gleichgesetzt. Und die Umgebung beginnt, auf Jungen anders zu reagieren als auf Mädchen. Die Jungen bemühen sich, den Erwartungen gerecht zu werden, und steuern ihre Emotionen entsprechend. Das wird in der Regel zu einer Last in einem Männerleben. Denn Weinen führt zu einer Katharsis, zu einer Befreiung von inneren Spannungen, zu einer Läuterung der Seele von Leiden. Frauen fühlen sich nach dem Weinen körperlich ausgelaugt, Männer derweil nicht. Warum, ist für die Forschung noch offen. Gewiss ist aber, dass in Tränen eine körperliche Selbstfürsorge gesehen werden kann.

 

Der Beitrag erschien erstmals in der Zeitschrift «Doppelpunkt» 23/2021.

 

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Hilft Vitamin D gegen Covid-19?

Juni 21st, 2021 by

Lesedauer: 5 Minuten

Das Sonnenvitamin D wird eigentlich eher mit gesunden Knochen in Verbindung gebracht. Unter Umständen beeinflusst eine ausreichende Versorgung damit aber auch den Verlauf von Covid-19-Erkrankungen.

Es ist eines der Vitamine, die eigentlich Selbstläufer sein sollten: Das Vitamin D, das physiologisch ein Hormon ist, entsteht, wenn Sonnenlicht auf die Haut trifft – oder genauer der UVB-Anteil des Sonnenlichts. Im Sommer reichen bei heller Hautfarbe in unseren Breiten zur Mittagszeit weniger als zehn Minuten Sonnenschein auf Gesicht, Hände und Arme, um den Tagesbedarf zu decken. Zu weniger hautkrebsgefährdenden Zeiten am Morgen oder Nachmittag dauert es etwas länger, ist aber immer noch mit höchstens einer guten halben Stunde getan. Warum also gab es Vitamin-D-Mangelerscheinungen schon bei den Neandertalern?

Die einfache Antwort ist: wegen des Wetters. Die Neandertaler lebten während der Eiszeit, die Sonne schien wenig und die Menschen dürften ihre Haut gut bedeckt gehalten haben. Denn die halbe Stunde an einem Sommermorgen wird im zeitigen Frühjahr schnell zu über einer Stunde, die man mit blossen Armen in der Sonne verbringen sollte – so sie denn scheint. 

Dies wird als ein möglicher Faktor herangezogen, der an der offenbar gesunkenen Todesfallrate bei Sars-CoV-2-Infektionen beteiligt sein könnte. In den Wintermonaten liegen die Vitamin-D-Spiegel in der Bevölkerung tiefer als im Sommer und im Herbst; so fanden Forscher aus den USA bei ihren Versuchspersonen die höchsten Vitamin-D-Werte im September und die tiefsten im März. Tatsächlich leidet etwa die Hälfte der Schweizer Bevölkerung im Winter an einem Vitamin-D-Mangel, wie Heike Bischoff-Ferrari von der Universität Zürich erklärt. 

Vitamin D stärkt das Immunsystem

Man wisse, dass Vitamin D eine immunmodulierende Wirkung habe und Entzündungen senken könne, erklärt die Klinikdirektorin Geriatrie des Universitätsspitals Zürich, des Stadtspitals Waid und des Triemli weiter. Dies könne auch für die Entzündungsreaktion relevant sein, die von Sars-CoV-2 ausgelöst werde, und damit den Schweregrad der Infektion beeinflussen. 

Ohne ausreichend Sonnenlicht kommt die körpereigene Vitamin-D-Produktion ins Stocken.

Tatsächlich haben verschiedene Studien nun auch bereits einen Zusammenhang zwischen der Schwere einer Covid-19-Erkrankung und dem Vitamin-D-Spiegel der Betroffenen gefunden. Viele deuten darauf hin, dass ein zu niedriger Spiegel mit einem schwereren Verlauf der Krankheit korreliert. So fand eine in der Fachzeitschrift „Journal of Medical Virology“ online publizierte Metastudie, die entsprechende Untersuchungen an fast 1400 Patienten auswertete, dass diejenigen Personen mit schlechter Prognose signifikant niedrigere Vitamin-D-Spiegel hatten als jene mit guter Prognose. Die Wissenschafter gingen so weit, den Vitamin-D-Spiegel als Faktor zur Prognose für den Verlauf der Erkrankung vorzuschlagen.

Ein kausaler Zusammenhang lässt sich hieraus aber noch nicht ableiten, zumal auch nicht alle Studien in dieselbe Richtung deuten. Der Vitamin-D-Spiegel in jenen Studien, die eine Korrelation zeigen, könne ein Zeichen oder eine Folge eines anderen Problems darstellen, das das eigentliche sei, das den Verlauf beeinflusse, sagt Manuel Battegay vom Universitätsspital Basel. So geht beispielsweise Übergewicht – ein bekannter Risikofaktor für einen schweren Covid-19-Verlauf – oft mit einem Vitamin-D-Mangel einher. Auch betagte Personen weisen häufiger zu niedrige Werte auf. 

Pilotstudie zur Prävention gegen Covid-19

Doch nun deutet eine Pilotstudie von Forschenden der Universität Córdoba in Spanien auf einen direkteren Zusammenhang des Vitamin-D-Spiegels mit Covid-19. Aus einer Gruppe von 76 ins Spital eingewiesenen Covid-19-Patienten erhielten 50 zufällig ausgewählte Personen zusätzlich zur Standardtherapie in der ersten Woche zwei und dann wöchentlich eine Dosis des Vitamin-D-Stoffwechselprodukts Calcifediol, das im Körper zum aktiven Vitamin umgebaut wird. Weder die Patienten noch die behandelnden Ärzte wussten dabei, wer zu welcher Gruppe gehörte.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass von den mit Calcifediol behandelten Personen eine auf die Intensivstation musste; sie wurde später wieder entlassen. In der anderen Gruppe waren es dreizehn Patienten, von denen zwei verstarben. Die Forscher schliessen aus diesem (statistisch signifikanten) Ergebnis, dass Calcifediol möglicherweise die Schwere einer Covid-19-Erkrankung reduziert. 

Dies müsse allerdings noch in grösseren Studien untersucht werden, in denen die Patienten auch noch nach weiteren Merkmalen sortiert werden sollten, schreiben Marta Entrenas Castillo und ihre Kollegen in der Fachzeitschrift «Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology». Mindestens eine grosse Studie soll demnächst starten: Eine ähnlich wie Castillos aufgebaute Untersuchung, an der 2700 Personen teilnehmen sollten, werde zurzeit von JoAnn Manson an der Harvard Medical School lanciert, berichtet Bischoff-Ferrari.

Man hat bereits von verschiedenen Atemwegsinfektionen und besonders auch der Tuberkulose Hinweise darauf, dass ein Vitamin-D-Mangel einen Risikofaktor darstellen könnte – einerseits für die Infektanfälligkeit an sich, andererseits auch für den Verlauf der Erkrankung. Man erklärt sich dies über den Einfluss des Vitamins auf das Immunsystem: Der Vitamin-D-Rezeptor sei auf vielen Zellen des Immunsystems verankert, erklärt Bischoff-Ferrari. 

Das Vitamin fördere unter anderem die Produktion antiviraler Stoffe im Körper und hemme die Freisetzung von entzündungsfördernden Stoffen, sogenannten Zytokinen, durch Fresszellen des Immunsystems. Eine übermässige Freisetzung dieser Stoffe, ein sogenannter Zytokinsturm, wird mit einem schwereren Covid-19-Verlauf in Verbindung gebracht. 

Traditionell ist Vitamin D als knochenstärkend bekannt

Bekannt ist Vitamin D allerdings eher für seine Wirkung auf Knochen und Muskeln. Bei Kindern war eine früher häufiger beobachtete Mangelerscheinung die Rachitis, bei der die Knochen schlecht mineralisieren, «weich» werden und sich im Wachstum verbiegen. Bei betagten Personen erhöht ein Vitamin-D-Mangel das Risiko für Stürze und Knochenbrüche. Zu hohe Dosen Vitamin D zu schlucken, kann sich allerdings ebenfalls negativ auswirken. Die Empfehlung sei für Erwachsene, 800 Internationale Einheiten (das entspricht 20 µg) am Tag einzunehmen, erklärt Bischoff-Ferrari. Diese Menge sei sicher und schade auch jenen Personen nicht, die keinen Vitamin-D-Mangel hätten. Und möglicherweise senke sie das Risiko, an einer schweren Covid-19 zu erkranken. Bei Kindern und Jugendlichen empfehle das Bundesamt für Gesundheit 600 Internationale Einheiten am Tag. Das sei gefahrlos und behebe einen allfälligen Mangel, sagt die Expertin.

Einen zu niedrigen Spiegel zu vermeiden, gilt aber auch für alle anderen Vitamine und Mineralstoffe: Eine gesunde Ernährung und Lebensweise sei grundsätzlich eine gute Vorsorge, auch was eine allfällige Erkrankung an Covid-19 angehe, betont Battegay. Ebenso wichtig sei, auf eine gute Versorgung und Einstellung allfälliger Grunderkrankungen zu achten. Dies sei in der Schweiz normalerweise gegeben. Mögliche Mängel hierbei könnten aber eventuell in anderen Ländern beobachtete, höhere Hospitalisierungsraten erklären, sagt der Experte.

Erstmals erschienen in der NZZ am 25. Oktober 2020

Weitere Ernährungstipps zu Vitamin D findest du in deinem Gesundheitsplan.